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Brexit-Tag: Ursula von der Leyen traurig über EU-Austritt der Briten

Der Brexit-Tag ist da

Ursula von der Leyen traurig über EU-Austritt der Briten

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im RTL-Interview
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist traurig, dass die Briten gehen.
RTL

„Das ist für mich ein sehr emotionaler Tag“

Um Mitternacht ist es soweit, dann gehört Großbritannien nicht mehr zur Europäischen Union. Für EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist das kein Grund zur Freude. Sie persönlich sei sehr traurig darüber, dass die Briten die EU verlassen, sagte sie RTL-Reporter Christian Wittlich im Interview. „Das ist für mich ein sehr emotionaler Tag“, so die 61-Jährige.

„Ich habe viele Freunde in Großbritannien“

Mehr als dreieinhalb Jahre nach dem Brexit-Referendum ist Großbritannien ab Samstag kein Mitglied der Europäischen Union mehr. Darum hieß es in Brüssel nun Abschied nehmen. Doch nicht nur politisch, auch privat schmerzt von der Leyen der Brexit. „Ich habe viele Freunde in Großbritannien. Ich habe dort mal ein Jahr lang studiert. Also es ist schon ein besonderer Tag“, erklärte sie.

Nach fast 50 Jahren EU-Mitgliedschaft machen die Briten nun Schluss. Sie könne sich noch gut an die Zeit erinnern, als Großbritannien der EU beigetreten ist, erzählt die von der Leyen. „Damals war ich noch in Brüssel. Wir sind damals umgezogen nach Deutschland. Ich erinnere noch ganz genau, wie toll das war, dass sie beitraten.“

Brexit-Feiern in Brüssel und London

Doch die Briten haben sich anders entschieden. Diese Entscheidung würde sie akzeptieren, sagte die EU-Kommissionspräsidentin. Umso mehr sei es jetzt aber wichtig für alle, die in der EU verbleiben, „aufzustehen und darüber zu sprechen, was uns dieses Europa wert ist“, sagte die Politikerin. Sie habe sich selbst jetzt auch eine Aufgabe gesetzt: „Europa muss liefern.“ Nur so könne sich die EU eine bessere Position für die Zukunft „und für unsere Kinder“ erarbeiten.

Die EU-Abgeordneten der Brexit-Partei feierten schon am Morgen ihren „Brexodus“ aus Brüssel. In London feierte der Chef der britischen Brexit-Partei, Nigel Farage, mit Hunderten Anhängern vor dem britischen Parlament den EU-Austritt. Die Stimmung war teils aggressiv. EU-Flaggen wurden angezündet oder mit Füßen getreten. Am Regierungssitz wurde ein Brexit-Countdown projiziert. Bei einem Empfang in der Downing Street sollten englischer Schaumwein und britische Spezialitäten gereicht werden.

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