Großbritannien: Häftlinge sollen ausländische Arbeiter ersetzen

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7. Juni 2018 - 22:27 Uhr

Der Brexit hinterlässt seine Spuren

Weil Großbritannien auf dem Weg aus der EU ist, könnte das das viele ausländische Arbeiter vertreiben. Justizminister David Gauke hat jetzt seine ganze eigene Idee vorgestellt, wie britische Unternehmen dieses Problem lösen könnten.

Die Folgen des Brexit

Bis März 2019 soll Großbritannien offiziell aus der EU austreten. So zumindest ist der Plan. Welche Auswirkungen das haben kann, ist nur schwer vorherzusagen. Eine Sache scheint den britischen Unternehmen aber besonders schwer im Magen zu liegen: das Wegfallen von ausländischen Arbeitern. Die könnten sich nämlich in Richtung EU-Länder bewegen, um dort neue Arbeit zu finden. Justizminister David Gauke hat diese Befürchtung erkannt und seine ganz eigene Idee, wie sie zu lösen ist.

Häftlinge statt ausländische Arbeiter

Die Lücke, die also durch die wegfallenden ausländischen Arbeiter entstehen könnte, sollte mit Häftlingen geschlossen werden, so der Justizminister. Genauer gesagt mit Freigängern, die also sowieso auf dem Weg der Resozialisierung sind. Dabei soll es vor allem um Jobs in der Gastronomie, der Landwirtschaft oder im Baugewerbe gehen. Diese Aussagen waren Teil seiner Rede im Jugendgefängnis "Isis".

Resozialisierung im Mittelpunkt

Die Reintegration von Häftlingen ist eines von Gaukes wichtigsten Themenfeldern. So dürfen heute bereits Freigänger beschränkt Jobs annehmen, um sich wieder die Gesellschaft einzugliedern. Dies soll aber noch ausgebaut werden. So sollen die Freigangszeiten erhöht werden und Arbeitgeber Unterstützung für die Anstellung von Freigängern bekommen. Momentan gelten diese Resozialisierungsprogramme nur für Gefängnisse der Kategorie D, in denen keine Gewaltverbrecher sitzen. Gauke hat aber schon durchsickern lassen, auch andere Häftlinge in das Programm mit aufnehmen zu wollen.