May lockt mit Rücktritt, wenn ihr Deal doch noch durchgeht

Brexit-Chaos: Briten wissen nicht, was sie wollen

28. März 2019 - 10:53 Uhr

RTL-Korrespondent: „Sie hat sich total verkalkuliert“

Acht verschiedene Alternativen zum Brexit-Plan der Regierung. Klingt viel, ist jedoch für das britische Parlament nicht genug. Es lehnte alle acht Vorschläge ab. Und London ist ratloser als je zuvor. Premierministerin Theresa May bietet unterdessen ihren Rücktritt an - unter einer Bedingung. Die Abgeordneten müssten ihrem Austrittsdeal mit der EU doch noch zustimmen. RTL-Korrespondent Ulrich Oppold in London sieht May in der Pflicht. "Sie hat sich total verkalkuliert", sagt er. Mehr – in unserem Video.

Was wurde abgestimmt

  • Die Abgeordneten lehnten mehrere Varianten einer engeren Anbindung an die EU ebenso ab wie ein zweites Referendum oder einen Austritt ohne Abkommen.
  • Am besten schnitt noch die erneute Volksabstimmung mit 268 Ja-Stimmen ab.
  • Für eine Zollunion mit der EU sprachen sich 264 Parlamentarier aus.
  • Den Brexit-Deal der Premierministerin hatten zuletzt gerade einmal 242 Abgeordnete unterstützt.

Hat Mays Deal noch eine Chance?

Ob die Premierministerin mit ihrem Rücktritts-Angebot doch noch die Zustimmung für ihren Deal bekommt, ist überaus fraglich, denn dieser wurde schon dreimal abgelehnt. Ihre Verbündeten von der nordirischen DUP kündigten an, wieder gegen das Abkommen zu stimmen. May werden damit kaum Chancen eingeräumt, wenn sie den Deal dem Parlament erneut zur Abstimmung vorlegen sollte.

Ohne Austrittsvertrag endet der Brexit-Aufschub am 12. April

Ursprünglich sollte Großbritannien schon an diesem Freitag die EU verlassen. Weil ungeachtet aller Verhandlungen keine Einigung erzielt werden konnte, hatte die EU London kürzlich eine Verschiebung des Brexits bis zum 22. Mai angeboten. Bedingung dafür ist aber, dass das Unterhaus dem Austrittsvertrag noch in dieser Woche zustimmt.

Andernfalls gilt die Verlängerung nur bis zum 12. April. In dem Fall soll London der EU vor diesem Termin sagen, wie es weitergehen soll.

Sollte Großbritannien ohne Abkommen aus der Staatengemeinschaft ausscheiden, wird mit dramatischen Folgen für die Wirtschaft und viele andere Lebensbereiche gerechnet.