Nachbau des Traditionsseglers

Bremerhaven: Neue "Seute Deern" aus Stahl

Das historische Segelschiff "Seute Deern". Foto: Carmen Jaspersen/Archiv
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30. September 2020 - 9:51 Uhr

Nachbau für 35 Millionen

Die neue "Seute Deern" (Plattdeutsch für "süßes Mädchen") soll, nach Informationen der Nordsee-Zeitung, aus Stahl gebaut werden – dann hätte sie nicht mehr viel mit dem Traditionsschiff aus Holz zu tun. Die Kosten sollen bei rund 35 Millionen Euro liegen.

Schwimmfähig, aber nicht fahrbar

Die "Seute Deern" gilt als Wahrzeichen Bremerhavens und gehört zur Flotte des Schifffahrtsmuseums. 2019 brach erst ein Feuer an Bord aus, später sank das Schiff. Jetzt soll es einen Nachbau des havarierten Traditionsseglers geben. Aus Stahl, schwimmfähig, aber nicht fahrbar. Nach Informationen der Nordseezeitung ist das die wahrscheinlichste Lösung. Alles andere wäre zu teuer. Und über die Kosten dieses Projekts wird schon länger diskutiert. Der Bund der Steuerzahler hat sich aktuell gegen die Pläne ausgesprochen.

Gutachter prüften sechs Varianten

Ein originalgetreuer Nachbau aus Holz oder ein Frachtsegelschiff aus Stahl? Soll es segelfähig
sein oder nicht? Sechs Varianten wurden von den Gutachtern geprüft, die die Stadt Bremerhaven beauftragt hatte. Laut des Weserkuriers je drei für den Bau eines Holzschiffs oder eines Stahlschiffs. Wegen zu hoher Kosten schieden die Holzschiff-Varianten sowie ein segelbares Stahlschiff aus. Übrig blieb nur ein festliegendes, nicht segelbares Stahlschiff, das in Zukunft im Museumshafen in Bremerhaven liegen soll. Da es keinen Sinn mache, das Holzschiff "Seute Deern" als Stahlschiff nachzubauen, empfehlen die Gutachter den Nachbau des Frachtsegelschiffes "Najade" – ein historisches Stahlschiff einer Bremerhavener Traditionswerft, berichtet die Nordseezeitung. Dann hätte die neue "Seute Deern" wirklich gar nichts mehr mit der Alten zu tun.