Er wurde wegen Volksverhetzung verurteilt

Umstrittener Bremer Pastor darf wieder predigen

Der umstrittene Bremer Pastor darf nach Verurteilung wegen Volksverhetzung wieder predigen.
Der umstrittene Bremer Pastor darf nach Verurteilung wegen Volksverhetzung wieder predigen.
© deutsche presse agentur

16. April 2021 - 14:35 Uhr

Latzels vorläufige Dienstenthebung wird zurückgenommen

Der Bremer Pastor Olaf Latzel darf wieder Predigen abhalten, teilte ein Sprecher der Bremischen Evangelischen Kirche mit. Latzel wurde im November vergangenen Jahres wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt. Doch im Streit um die vorläufige Dienstenthebung haben sich die Bremische Evangelische Kirche, die St.-Martini-Gemeinde und der Seelsorger nun geeinigt und Latzel darf wieder predigen.

Er bezeichnete Homosexuelle als „Verbrecher“

Der Bremer Pastor ist im vergangenen Sommer von der Bremer Staatsanwaltschaft wegen Volksverletzung angeklagt worden. Hintergrund waren Aussagen Latzels gegen Homosexuelle. In einem Eheseminar hat der 53-jährige Pfarrer vor 30 Paaren gesagt, dass der "ganze Genderdreck eine Art Angriff auf Gottes Schöpferordnung" sei und dass überall die "Verbrecher vom Christopher Street Day" herumlaufen würden.

Das Amtsgericht Bremen verurteilte den Bremer am 25.November vergangenen Jahres zu einer Geldstrafe von 8.100 Euro.

Latzel bittet um Entschuldigung und darf daraufhin wieder predigen

Die betroffenen Parteien haben einen Weg zur Einigung gefunden, nachdem der Pastor für seine Aussagen um Entschuldigung bat. Damit dürfe Latzel "wieder predigen, er darf die Amtsgeschäfte wieder ausüben", erklärte ein Sprecher der Bremischen Evangelischen Kirche. Wichtig bei dem Prozessvergleich: Die Beteiligten verurteilten "jegliche Form von Hassbotschaften, Beleidigungen oder Gewaltandrohungen".

Den Angaben zufolge gab es im März einen nichtöffentlichen Termin, um den Streitstand um Latzel zu besprechen. Dabei äußerte die Disziplinarkammer Bedenken gegen die vorläufige Dienstenthebung und empfahl "den Beteiligten dringend eine vergleichsweise Einigung". Solange das Verfahren gegen den Pastor läuft, bleibt ein Disziplinarverfahren bei der Kirche ausgesetzt.

Quelle: DPA / RTL.de

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