Frau darf ihren Mann im Krankenhaus in Bremen besuchen

Mann todkrank: Ehefrau erstreitet Besuchsrecht vor Gericht gegen Corona-Auflagen

Thema Gesundheitspolitik Krankenhaus Krankenschwester schiebt eine Patientin im Bett Berlin
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22. Oktober 2020 - 22:04 Uhr

"Besonderes berechtigtes Interesse" bei Besuch der Ehefrau für Krebspatienten

Schon eine längere Zeit ist der krebskranke Ehemann von Stefanie Mencke im Klinikum Bremen Mitte. Besuch von seiner Frau darf er aber erst bekommen, als er im Krankenhaus eine Blutvergiftung erleidet – aber das nur für 15 Minuten. Das Paar klagt auf mehr gemeinsame Zeit und bekommt Recht, wie der "Weser Kurier" berichtet.

Entscheidung war ein Einzelfall

Das Klinikum Bremen Mitte hat diese harten Besuchsregeln auf Basis der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Bremen aufgestellt. Damit möglichst wenig Kontakte das Virus ins Krankenhaus einschleppen können und damit Patienten gefährden, sind Besucher demnach nur bei "besonderem berechtigten Interesse" zugelassen. Zum Beispiel, wenn es sich um minderjährige Patienten, Gebärende oder Schwerstkranke handelt. Wie der "Weser Kurier" berichtet, haben dem Paar die Besuchsregeln nicht ausgereicht. Sie sind vor Gericht gezogen und haben dort einen Vergleich erstritten: Stefanie Mencke darf ihren Mann nun dreimal pro Woche für jeweils zwei Stunden sehen.

Eine generelle Regel gibt es durch diesen Fall aber nicht. Wie eine Gerichtssprecherin dem "Weser Kurier" gesagt hat, könne es durchaus Fälle geben, in denen objektiv kein Besuchsrecht bestehe.