Kein Anschluss unter 112

Unfallhelferin kann Notruf nicht wählen - wegen Funkloch

25. November 2019 - 13:22 Uhr

Nach Unfall in Brandenburg

Stellen Sie sich vor, Sie wählen den Notruf – und keiner geht dran, weil überhaupt keine Netzverbindung da ist. Das ist jetzt einer Unfall-Ersthelferin in Brandenburg passiert. Und es ist Anlass zur Besorgnis, denn im schlimmsten Fall entscheiden in einer solchen Situation wenige Augenblicke über Leben und Tod.

Feuerwehr: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es mal schlimm endet"

Die Feuerwehrfrau aus Kloster Lehnin im Landkreis Potsdam-Altmark kam zufällig an einer Unfallstelle vorbei – eine Betrunkene (57) war mit ihrem Opel Corsa gegen einen Baum gekracht, saß verletzt am Steuer ihres Wagens.

Ihre Retterin wollte umgehend Hilfe holen, doch unter 112 herrschte Schweigen – kein Netz! Die Feuerwehrfrau musste eine Zeit lang hin- und herlaufen, bis sie Empfang hatte und telefonieren konnte. Die Verletzte kam schließlich ins Krankenhaus. Zuvor nahm man ihr den Führerschein ab, sie hatte einen einen Atem-Alkoholwert von 2,25 Promille.

"Wir können von Glück sprechen, dass es hier so glimpflich abgegangen ist. Es wird endlich Zeit, dass diese Funklöcher hier geschlossen werden", sagt der erfahrene Feuerwehrmann Marko Riesenberg-Leo. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es mal schlimm endet. Es ist bekannt, dass wir hier keinen Handyempfang haben".

Mehr als 5.000 Funklöcher in Deutschland

ILLUSTRATION - Auf einen Smartphone mit einem Mobilfunkvertrag der Deutschen Telekom ist am 11.06.2016 in München (Bayern) "Kein Netz" und "Anruf fehlgeschlagen" zu lesen. Das Mobilfunknetz der Deutschen Telekom ist bundesweit massiv gestört. Foto: S
Tausende "weiße Flecken" im Mobilfunknetz plagen die Deutschen – im Notfall kann das brenzlig werden.
© dpa, Sven Hoppe

Funklöcher in Deutschland sind ein bekanntes und leider weit verbreitetes Ärgernis. Noch immer gibt es 5.000 "weiße Flecken" ohne Handy-Empfang, vor allem auf dem Land. Erst in der vergangenen Woche hatte die Bundesregierung angekündigt, mit einem Milliardenprogramm die Löcher im Mobilfunknetz in den nächsten Jahren zu schließen.