Liegen hier seit Jahrzehnten mehrere Tote?

Polizei sucht im Oberuckersee nach fünf Leichen

Oberuckersee in Brandenburg
Polizei-Taucher suchen im Oberuckersee nach fünf Leichen
christoph soeder bsc, dpa, Christoph Soeder

Möglicher Täter soll aus dem Berliner Rotlichtmilieu stammen

Liegen im Oberuckersee nordöstlich von Berlin seit Jahrzehnten unbemerkt fünf Leichen versteckt? Die Polizei geht zumindest gerade entsprechenden Hinweisen nach und sucht im See nach Spuren. Die Vorwürfe klingen wie im Krimi: Ein Verdächtiger aus dem Berliner Rotlicht-Milieu soll in den 90er Jahren mehrere Menschen umgebracht und deren Leichen im See versteckt haben.

Zeuge soll bei der Polizei über ehemaligen "Kumpel" ausgepackt haben

Wie die „Berliner Zeitung“ berichtet, soll sich ein Zeuge bei der Polizei gemeldet und über einen ehemaligen „Kumpel“ ausgepackt haben. Angeblich um sein Gewissen zu erleichtern. Nachfragen kann die Polizei bei dem mutmaßlichen Täter nicht mehr. Nur fünf Wochen nach der Aussage des Zeugen sei der schwer alkoholkranke Tatverdächtige im Krankenhaus gestorben, so die Zeitung.

Die Polizei Berlin bestätigte die Ermittlungen auf RTL-Anfrage. Taucher hätten das Gewässer in der Uckermark abgesucht, sagte das Polizeipräsidium Brandenburg der dpa. Von einem Boot aus ließen sie sich ins Wasser herab, um nach den Leichen zu suchen, die seit über 20 Jahren am Grund des Sees im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin liegen sollen.

Nach Ostern will die Polizei im Oberuckersee weitersuchen

Auch wenn der angebliche Mörder schon tot ist, führt die Polizei die Ermittlungen weiter. „Es sind Bemühungen, damit die Hinterbliebenen Klarheit erfahren“, sagte Polizeisprecher Mario Heinemann vom Präsidium in Potsdam. Laut der „Berliner Zeitung“ ist es auch Jahrzehnte später immer noch möglich, Knochenteile oder Material, mit dem die Leichen eventuell beschwert wurden, im See zu finden.

Es ist nicht die erste Suche nach den Toten. Bereits im Januar und im Sommer vergangenen Jahres suchten die Taucher im See nach den fünf Leichen. Wegen schlechten Witterungsverhältnissen wie Eis, früher Dunkelheit und starkem Bewuchs mussten die Taucher mehrmals ins Wasser. Auch diesmal war die Suche offenbar nicht erfolgreich. Nach Ostern soll es weitere Einsätze geben.