Eine der gefährlichsten Kinderkrankheiten

Brandenburg macht ernst: Masern-Impfpflicht in Kitas

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12. April 2019 - 10:32 Uhr

Gefährliche Infektionskrankheit breitet sich weiter aus

Das erste Bundesland macht ernst: Brandenburg hat jetzt die Impfpflicht gegen Masern beschlossen. Sie gilt für Kinder, die in Kindergärten oder von einer Tagesmutter betreut werden. Das gilt bis zu einer bundesweiten Regelung, sich verpflichtend gegen Masern impfen lassen. Der Landtag beschloss mit breiter Mehrheit einen entsprechenden Antrag von SPD, Linken und CDU.

Politik für Masern-Impfplicht

"Die Masern zählen nach wie vor zu einer der gefährlichsten Kinderkrankheiten", heißt es in dem Antrag. Masern sind hoch ansteckend und können noch Jahre später zu potenziell tödlichen Hirnentzündungen führen. Brandenburg will prüfen, ob verpflichtende Impfungen auch gegen weitere Infektionskrankheiten notwendig sind.

Zuletzt hatten sich auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für eine Masern-Impfpflicht ausgesprochen. "Die Gesundheit und der Schutz der gesamten Bevölkerung setzen der individuellen Freiheit Grenzen", so Giffey.

Dem Robert-Koch-Institut wurden im Jahr 2018 die Daten von 543 Masern-Fällen übermittelt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte im Januar berichtet, dass 2017 weltweit die Zahl der Masern-Fälle um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sei.

In unserem Video erklärt ein Hausarzt, warum in seiner Praxis keine Ungeimpften behandelt werden.

Gesundheitslexikon: Was sind Masern?

Masern sind eine ansteckende Infektionskrankheit. Typischerweise beginnt die Erkrankung mit Fieber, Husten, Schnupfen und Bindehautentzündung. Durch die Schwächung des Immunsystems kann sich der Körper nicht mehr ausreichend gegen Zweitinfektionen, wie eine Lungenentzündung, wehren.