Bürgermeister bangen um Tourismusbranche

Brandbrief aus dem Allgäu an Merkel und Söder: Bitte lasst die Skigebiete öffnen!

Brandbrief aus dem Allgäu an Merkel und Söder: Bitte lasst die Skigebiete öffnen!
Brandbrief aus dem Allgäu an Merkel und Söder: Bitte lasst die Skigebiete öffnen!
© dpa, Karl-Josef Hildenbrand

05. Dezember 2020 - 11:45 Uhr

Öffnungen über die Weihnachtsferien gefordert

"Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin", so beginnt ein Brandbrief aus dem Allgäu, den insgesamt 20 Bürgermeister*innen unterzeichnet haben. In dem Schreiben appellieren sie an die Bundesregierung, die Skigebiete in der Region in den Weihnachtsferien öffnen zu lassen. Alles andere "wäre touristisch wie wirtschaftlich fatal", heißt es in dem Brief.

Kommunalpolitiker fürchten wirtschaftlichen Totalschaden

Neben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zählen auch Bundesinnenminister Horst Seehofer, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und der bayerische Innenminister Hubert Aiwanger (alle CSU) zu den Adressaten.

Man habe zwar "größtmöglichen Respekt" für die Entscheidungen zu Gunsten des Gemeinwohls und des Schutzes der Bevölkerung in der Corona-Pandemie. Man wolle aber die Gedanken und Befürchtungen für den Fall einer kompletten Schließung der Skigebiete mitteilen. Die Kommunalpolitiker fürchten demnach einen wirtschaftlichen Totalschaden, der bis zu der Bedrohung einiger Existenzen und Unternehmen reicht.

Im Video: Bayerns Ministerpräsident Söder denkt über Verschärfungen nach

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Skigebiete vom Teil-Lockdown betroffen

Betroffen seien neben Bergbahn- und Skiliftbetreibern auch Gastronomen, Hoteliers und Vermieter von Ferienwohnungen. Bislang sind all diese Bereiche vom Teil-Lockdown betroffen und komplett geschlossen – man erhoffe sich allerdings eine Öffnung über die Weihnachtsferien.

Hygienekonzepte und Schutzmaßnahmen für einen Betrieb seien bereits im Sommer erarbeitet worden. "Um dies zu gewährleisten, haben diese Unternehmen längst investiert und sind in nicht unerhebliche Vorleistungen gegangen, wissend, dass die bevorstehende Wintersaison nicht auf Vollauslastung ausgelegt ist, sondern im Fokus von bestmöglichem Schutz und Verantwortbarkeit steht", so der Brief.

Skiverbände: Wintersport hat nichts mit Après Ski zu tun

Auch Ski- und Snowboardverbände fordern einen klaren Fahrplan für den Wintersport. Es müsse auch über die Weihnachtsferien hinaus Aussagen geben, wann Lifte starten könnten und ob Loipen öffnen dürften, verlangten die Verbände am Donnerstag.

Seit Sommer seien Hygienekonzepte erarbeitet worden - nun werde dennoch pauschal ein Lockdown beschlossen. Wintersport sei Outdoorsport und habe zunächst nichts mit Après-Ski und Party zu tun. Zudem müsse zwischen den Sportarten differenziert werden. In der Politik werde derzeit alles "in einen Topf geworfen", sagte der Präsident des Deutschen Skiverbandes, Franz Steinle. Es gehe um Bewegung. "Es gibt fast nichts Schöneres als Wintersport."

Kein Skiurlaub für Deutsche in Österreich

Bundeskanzlerin Merkel hatte sich vergangene Woche dafür ausgesprochen, sich auf europäischer Ebene um eine Abstimmung zur Schließung aller Skigebiete in Europa zu einigen. Auch Markus Söder hatte sich ähnlich geäußert.

Österreich wollte da allerdings nicht mitmachen – und hat bereits angekündigt, die Skigebiete im Land ab dem 24. Dezember zu öffnen. Deutsche können sich darüber aber nicht freuen. Durch eine zehntägige Quarantänepflicht wird ein Skiurlaub in dem Land über Weihnachten und den Jahreswechsel quasi unmöglich. Hotels und Gaststätten bleiben bis zum 6. Januar zu.