Brand in Zelle: Hat der Bonner Siegauen-Vergewaltiger versucht, sich im Gefängnis umzubringen?

14. Februar 2018 - 10:51 Uhr

30 Prozent der Haut verbrannt

Elfeinhalb Jahre Haft, weil er in der Bonner Siegaue eine junge Frau vor den Augen ihres Freundes vergewaltigt hat – der Fall hatte im vergangenen Jahr deutschlandweit für Entsetzen gesorgt. Jetzt ist der 31-Jährige in seiner Zelle der JVA Köln bei einem Feuer schwer verletzt worden. Noch ist unklar, ob der Gefangene sich umbringen wollte, oder ob es sich um einen Unfall handelt. Bei dem Brand wurde der Mann schwer verletzt, 30 Prozent seiner Haut seien verbrannt, hieß es.

Mitarbeiter verletzt

ARCHIV - 18.11.2011, Nordrhein-Westfalen, Köln: Wachtürme und Sicherheitskameras sind auf der Mauer der Justizvollzugsanstalt Ossendorf zu sehen.   (zu dpa: "Gefangener bei Feuer in der JVA Köln schwer verletzt") Foto: Federico Gambarini/dpa +++ dpa-
Die JVA Köln. Foto: Archiv
© dpa, Federico Gambarini, fg axs olg

Das Feuer war in der Nacht zum Mittwoch in der Zelle des abgelehnten Asylbewerbers aus Ghana ausgebrochen. Zwei Mitarbeiter der JVA bemerkten Rauch, erlitten im Anschluss Rauchgasvergiftungen. Die Flammen konnten gelöscht werden, der schwer verletzte Gefangene kam ins Krankenhaus und musste operiert werden. Die Verletzungen seien zwar erheblich, aber wohl nicht lebensbedrohlich. Brandgutachter müssen jetzt klären, ob der 31-Jährige das Feuer selbst gelegt hat, oder ob es sich um einen Unfall handelt.

Brutaler Überfall

Der Verurteilte hatte im April 2017 ein campendes Pärchen aus Freiburg in den Bonner Siegauen in ihrem Zelt überfallen, es bedroht und dann die damals 23-Jährige Frau vergewaltigt. Der Täter wurde kurze Zeit später festgenommen und anhand von DNA-Spuren überführt. Dafür verurteilte ihn das Landgericht Bonn zu über elf Jahren Haft.