11. Februar 2016 - 15:38 Uhr

BP will Bohrloch im Golf wieder öffnen und Öl auffangen

Der BP-Konzern will nach einem Belastungstest des provisorisch gestopften Bohrlochs im Golf von Mexiko die Quelle wieder öffnen und erneut das Öl auffangen. Der Probelauf werde noch bis zum Abend fortgesetzt und damit 24 Stunden länger als geplant dauern, teilte der Einsatzleiter der Regierung, Admiral Thad Allen, mit. Unmittelbar nach dem Ende des Tests werde man "unverzüglich" wieder damit beginnen, das Öl aufzufangen und auf Schiffe zu leiten, hieß es ohne weitere Details. Die Kapazitäten für das Aufsammeln würden über die nächsten Tage erhöht.

BP-Manager Kent Wells hatte zuvor seine Zuversicht geäußert, dass nach Ablauf der zunächst vorgesehenen Dauer des Probelaufs bis Samstagabend "die richtige Entscheidung getroffen wird". Zu diesem Zeitpunkt hatte er noch offen gelassen, ob das Loch dauerhaft mit dem Zylinder verschlossen oder die Quelle wieder geöffnet werde. "Wir haben die Option, es zu schließen, aber noch keine Entscheidung darüber", sagte der Manager des Konzerns.

Druck im Bohrloch nicht so stark wie erwartet

Ingenieure prüfen während der provisorischen Abdichtung alle sechs Stunden den Druck in dem Bohrloch. Steigende Werte bedeuten, dass die Abdichtung funktioniert. BP-Manager Wells räumte ein, dass der Druck nicht so stark sei wie von den Experten erhofft. Grund könne sein, dass bereits seit Monaten Öl aus der Quelle ströme und dadurch in dem sich leerenden Reservoir der Druck generell sinke.

Nach BP-Angaben zahlte der Konzern bislang an mehr als 32.000 Geschädigte der Ölkatastrophe 201 Millionen Dollar (156 Millionen Euro) Entschädigung. Größte Gruppe seien Fischer und Garnelenfänger. Insgesamt seien 114.000 Anträge eingereicht worden, bei mehr als 61.000 hätten jedoch die Angaben nicht ausgereicht.

Der taiwanesische Supertanker 'A Whale' wird sich nicht am Kampf gegen die schlimmste Ölpest der US-Geschichte beteiligen. Nach eingehender Prüfung durch Experten und die US- Küstenwache seien die Behörden zu dem Schluss gekommen, dass das 340 Meter lange Schiff für den Einsatz "nicht ideal ausgestattet ist", teilte die Einsatzleitung mit. Die Menge des während eines Probelaufs gesammelten Öls sei "vernachlässigenswert" gewesen. Die Tests waren enttäuschend verlaufen, weil das Öl-Wasser-Gemisch nicht dickflüssig genug war.