2018 M11 14 - 15:20 Uhr

WBA geht Charr an den Kragen

Der Boxverband WBA hat nach der positiven A-Probe Weltmeister Manuel Charr den Titel aberkannt und ihn für ein halbes Jahr gesperrt.

Charr: Titel futsch und sechs Monate gesperrt

Neuerliche Wende im Fall Manuel Charr: Die World Boxing Assiciation (WBA) hat dem Schwergewichts-Weltmeister doch den Titel aberkannt und ihn für sechs Monate gesperrt. Das hat die WBA dem Bund Deutscher Berufsboxer (BDB) mitgeteilt. Charr war bei einer Trainingskontrolle wenige Tage vor seiner geplanten Titelverteidigung gegen den Puerto Ricaner Fres Oquendo am 29. September positiv auf anabole Steroide getestet worden. Der in Köln lebende Syrer hat die wissentliche Einnahme verbotener Substanzen bestritten und nennt als Ursache Verunreinigung von Nahrungsergänzungsmitteln.

"Manuel Charr hat Gelegenheit, Widerspruch gegen den WBA-Beschluss einzulegen", sagte BDB-Präsident Thomas Pütz. Wird die Sperre wirksam, muss geklärt werden, wer um den vakanten WBA-Titel im Schwergewicht kämpfen darf. Ursprünglich wollte Charr seine Titelverteidigung gegen den 45-jährigen Oquendo zu Beginn des nächsten Jahres nachholen.

WBA folgt Charrs kruder Argumentation nicht

Durch ihren Beschluss signalisiert die WBA, dass sie nicht bereit ist, Charrs Argumentation zu folgen. Der 34 Jahre alte Boxer hatte dem Anti-Doping-Labor VADA angebliche Verfahrensfehler vorgeworfen. Er sei nicht zur Öffnung der B-Probe eingeladen worden, hatte er kürzlich mitgeteilt und daraus gefolgert: Der positive Dopingtest sei hinfällig und er weiterhin Weltmeister.

Der Diamond Boy hatte im September 2012 gegen Vitali Klitschko um den WM-Titel des WBC gekampft und durch Technischen K.o. in der 4. Runde verloren. Im November 2017 holte er sich den vakanten, sogenannten "regulären" WM-Gürtel der WBA (ein zweitrangiger Titel, d. Red) durch einen einstimmigen Punktsieg über den Russen Alexander Ustinov. Der Fight gegen Oquendo hätte seine erste Titelverteidigung sein sollen.