Boxen: Wladimir Klitschkos Entscheidung für Rückkampf gegen Anthony Joshua ist noch offen

© dpa, Christian Charisius, chc fdt

21. Juni 2017 - 8:28 Uhr

Wladimir Klitschko lässt sich nach wie vor nicht in die Karten blicken, ob er seine vertraglich garantierte Rückkampf-Klausel zieht und noch einmal gegen Anthony Joshua um die Schwergewichts-Krone kämpft.

Klitschko braucht das richtige Gefühl

Er werde in "etwa zwei Wochen" über seine sportliche Zukunft entscheiden, sagte der 41-Jährige bei der Präsentation seiner neuen Marke 'KLITSCHKO' in Hamburg. "Ich habe die Zeit, und ich nehme mir die Zeit, bis ich ankündige, was ich tue, was mein nächster Schritt ist."

Vorbild beim - Achtung Monster-Substantiv! - Entscheidungsfindungsprozess sei niemand geringeres als die Bundeskanzlerin, so 'Dr. Steelhammer: "Angela Merkel hat einmal gesagt, bei schwierigen Entscheidungen muss sie sich viel Zeit nehmen, um das Gefühl für die richtige Entscheidung zu kriegen."

Dramatische Schlacht in Wembley: Die Highlights von Joshua vs. Klitschko 

"Ich könnte mir nichts Besseres wünschen"

Klitschko hatte Ende April den Kampf gegen den 14 Jahre jüngeren Schwergewichts-Champion Joshua nach einer dramatischen Ringschlacht vor 90.000 Zuschauern im Wembley-Stadion durch Technischen K.o. in der 11. Runde verloren. Die Boxwelt stellte Klitschko wegen seiner couragierten Leistung danach dennoch unter Denkmalschutz.

"Ich habe den Kampf meines Lebens gekämpft. Traurigerweise habe ich mein Ziel nicht erreicht. Mein Gegner hat gewonnen. Doch so absurd es klingen mag, trotzdem habe ich den Ring als Sieger verlassen", schrieb Klitschko unlängst in einem Beitrag für das Karriere-Netzwerk 'LinkedIn' und schwärmte von den Reaktionen, die ihn nach seiner Pleite erreicht hätten: "Ich habe Enthusiasmus, Aufmunterung und Respekt erfahren: für mich, meine Leistung, meinen fairen Kampf und mein Boxen allgemein. Ich könnte mir nichts Besseres wünschen."

Joshua will nochmal gegen Klitschko ran

IBF erteilt Rückkampf ihren Segen

An WBA- und IBF-Champion Joshua, so viel ist klar, wird die Revanche nicht scheitern. "Anthony möchte unbedingt noch einmal gegen Klitschko boxen", stellte Promoter Eddie Hearn in der 'Welt' klar.

Ein mögliches Hindernis ist jedenfalls aus dem Weg geräumt. Der Weltverband IBF hat einer möglichen Neuauflage des Generationen-Duells zugestimmt. Hintergrund: Laut IBF-Statuten hätte Joshua seinen Gürtel als nächstes eigentlich gegen Pflichtherausforderer Kubrat Pulev verteidigen müssen. Die Paragraphen-Dreher des Verbandes erteilten dem Briten jetzt aber die Sondergenehmigung, den Titel erst noch einmal gegen Klitschko aufs Spiel zu setzen. Pulev gab sich dafür mit einer Garantie zufrieden, den Sieger eines möglichen Rückkampfes herausfordern zu dürfen.