Boxen: Wladimir Klitschko ist "besessen davon", gegen Anthony Joshua zu gewinnen

Wladimir Klitschko trifft am 29. April in London auf IBF-Champion Anthony Joshua.
Wladimir Klitschko trifft am 29. April in London auf IBF-Champion Anthony Joshua.
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15. Dezember 2016 - 10:25 Uhr

Wladimir Klitschko will im Generationen-Duell mit IBF-Champion Anthony Joshua mit aller Macht zurück auf den Schwergewichts-Thron. "Ich bin besessen davon, zu gewinnen", sagte der Ex-Weltmeister bei der ersten Pressekonferenz vor dem Kampf am 29. April kommenden Jahres im Londoner Wembley-Stadion: "Meine Motivation reicht bis in den Himmel."

Joshua: "Wladimir inspiriert mich als Boxer"

Seine Chancen gegen den 13 Jahre jüngeren Briten bezeichnete Klitschko als "50 zu 50", Joshua sei ein großartiger Athlet und "ohne Zweifel einer der besten Schwergewichtler. Als ich ihn 2012 in London bei Olympia zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich mir schon, dass er einmal mein Nachfolger werden könnte."

Auch der amtierende IBF-Titelträger war voll des Lobes für den langjährigen Meister aller Klassen, dem er 2014 noch als Sparringspartner gedient hatte. "Wladimir inspiriert mich als Boxer und als Mensch", sagte der 27-Jährige. Im Ring seien die beiden aber Kontrahenten. "Ein K.o. wäre die Kirsche auf den Kuchen", gab das 1,98 Meter große Muskelpaket zu, er könne sich jedoch vorstellen, dass der Kampf über die volle Distanz von zwölf Runden gehe. "Wegen Wladimirs Stil und seiner Erfahrung."

Aus dem überraschenden Punktsieg seines Landsmanns Tyson Fury über Klitschko könne er für sich keinen Schlachtplan ableiten, so Joshua: "Jeder Kampf ist anders." Zudem spiele der Altersunterschied keine Rolle. "Es geht in diesem Kampf nicht ums Alter, nicht um Jung gegen Alt. Alles, was zählt an diesem Abend, ist die innere Einstellung, die Fokussierung, die Psyche", so Joshua.

Größter Schwergewichts-Kampf der britischen Geschichte

So höflich und respektvoll die Rivalen bei der Pressekonferenz miteinander umgingen, so spektakulär und unbescheiden dürfte das Duell im Wembley-Stadium werden. Joshua-Promoter Eddie Hearn sprach vom "größten Schwergewichts-Kampf der britischen Box-Geschichte", Klitschko bezeichnete den Fußball-Tempel als "Mekka des Sports". Am Kampfabend sollen 90.000 Boxfans den Ring säumen, neben der IBF-Krone steht auch der Super-Champion-Gürtel des Verbandes WBA auf dem Spiel. "So eine Bühne kann man sich nicht erträumen", meinte Joshua.

Dass er seine Titel in der Höhle eines deutlich jüngeren Löwen zurückerkämpfen muss, sieht Klitschko nicht als Nachteil. "Ich habe vor 18.000 Menschen in Köln gegen Axel Schulz geboxt. Bis zur vierten Runde haben mich alle ausgebuht, danach haben sie mir zugejubelt", erinnerte 'Dr. Steelhammer' an seinen Gewinn des EM-Titels im November 1999. Er hoffe, dass es bei seinem ersten Kampf auf der Insel seit 17 Jahren ähnlich laufe: "Es ist mein Traum, die WM-Gürtel wieder zu tragen."

RTL überträgt den Superfight am 29. April 2017 live aus dem Londoner Wembley-Stadion