Champion ordnet alles dem Sport unter

Anthony Joshua: "Lebenslange Haftstrafe zum Boxen"

© dpa, Dave Thompson, jga

17. Mai 2019 - 11:44 Uhr

Weltmeister Joshua schlägt keine krummen Haken mehr

Schwergewichts-Champion Anthony Joshua gilt als Box-Musterprofi, der dem Erfolg alles unterordnet. Darin gleicht er seinem Vorbild Wladimir Klitschko, den er 2017 in einer dramatischen Ringschlacht in London durch Technischen K.o. in den Ruhestand geschickt hatte. Joshuas Hingabe für das Boxen hat viel mit seiner kriminellen Vergangenheit zu tun.

Joshua lernte "auf die harte Tour"

"Ich musste erst auf die harte Tour lernen und erfahren, dass niemand über dem Gesetz steht", sagte der 29-jährige Brite im CNN-Interview: "Ich habe mich auf eine lebenslange Haftstrafe zum Boxen eingelassen, und nichts anderes war wichtig."

Joshua war im Alter von 22 Jahren bei einer Verkehrskontrolle mit Gras erwischt worden. Beabsichtigter Dorgenhandel - die Vorwürfe gegen ihn wogen schwer. Zwei wochen brummte 'AJ' in U-Haft, einer Haftstrafe entging er nur knapp.

Im Video: Die dramatische Ringschlacht zwischen Joshua und Klitschko

Für Joshua war die Knast-Episode ein Aha-Erlebnis. "Wenn man eine zweite Lebenschance bekommt, dann nimmt man es nicht als selbstverständlich hin", so der Ring-Darling der Briten.

Geläutert begann er, sein Leben in die richtige Bahn zu lenken und konzentrierte sich aufs Boxen. Mit Erfolg. 2012 gewann er zuhause in London die Goldmedaille im Superschwergewicht (das Limit über 91 Kilogramm bei den Amateuren).

Ein Jahr später feierte er sein Debüt bei den Profis, kletterte in den Rangisten schnell nach oben. 2016 schnappte er sich durch einen K.o.-Sieg über den Amerikaner Charles Martin den IBF-Gürtel. Im April 2017 dann das Faustkampf-Epos mit Klitschko vor 90.000 Zuschauern im Wembley-Stadion.

Joshua bei US-Debüt gegen schnellen Mexikaner

FILE PHOTO: Boxing - Anthony Joshua v Alexander Povetkin - WBA Super, IBF, WBO & IBO World Heavyweight Titles - Wembley Stadium, London, Britain - September 22, 2018  Anthony Joshua celebrates his win against Alexander Povetkin  Action Images via Reu
Anthony Joshua hält seit 2018 die Gürtel mehrerer Verbände
© REUTERS, Andrew Couldridge, /FW1F/Christian Radnedge

Mittlerweile trägt Joshua die Titel der Weltverbände WBA/WBO und IBF, feiert am 1. Juni seine USA-Premiere. Im legendären Madison Square Garden trifft er auf Mexikaner Andy Ruiz Jr.

Der Mexikaner war kurzfristig als Herausforderer eingesprungen, nachdem die Doping-Fahnder den ursprünglichen Gegner Jarell Miller binnen weniger Tage mit drei verboteten Substanzen als Betrüger entlarvten.

Joshua (1,98 Meter) hat seither nur noch den kleinen, dafür aber schnellen Ruiz (1,88) im Kopf. "Es gibt viele Versuchungen und Ablenkungen. Ich versuche diese jedoch zu bekämpfen, um mich auf die Sache zu konzentrieren, der ich mein Leben gewidmet habe."

Diese Sache, das ist bei Anthony Joshua seit Jahren der Boxsport.