Erstes Giganten-Duell wohl im Mittleren Osten

Joshua-Promoter: Deal für Kampf gegen Fury beschlossene Sache

Eddie Hearn zieht für Box-Weltmeister Anthony Joshua die Fäden
© imago/BPI, Ben Queenborough, imago sportfotodienst

18. Januar 2021 - 13:41 Uhr

Schauplatz und TV-Rechte noch offen

Der Kampf um die unumstrittene Schwergewichts-Krone zwischen den britischen Box-Champions Tyson Fury und Anthony Joshua ist beschlossene Sache. Das sagte Joshua-Promoter Eddie Hearn der "Times". Einzig Schauplatz und TV-Rechte müssten noch geklärt werden.

Papierkram muss noch erledigt werden

"Der Deal ist gemacht – ohne unterschrieben zu sein. Die finanziellen Punkte des Deals sind alle abgehakt. Wir gehen noch die TV-Situation durch. Eigentlich müssen wir das Ganze nur noch zu Papier bringen", so der Brite.

Hintergrund: Furys Kämpfe laufen in den USA und Großbritannien auf ESPN respektive BT Sports, Joshua flimmert auf DAZN (USA) und Sky (UK) über die Mattscheibe. "Wenn man solch einen Deal zu Papier bringt, geht das 15 Mal hin und her, ehe jeder Buchstabe im Dokument gebilligt ist", sagte Hearn.

Der einflussreiche Promoter hatte in den vergangenen Wochen immer wieder beteuert, dass sich die TV-Sender auf die Übertragungsrechte einigen würden.

FILE - In this Feb. 22, 2020, file photo, Tyson Fury, left, of England, fights Deontay Wilder during a WBC heavyweight championship boxing match in Las Vegas. Fury is turning his attention to an all-British heavyweight unification bout with Anthony J
Tyson Fury tönt immer wieder, er werde Anthony Joshua "innerhalb von drei Runden" ausknocken
© AP, Isaac Brekken, JL

Naher Osten statt Fußball-Stadion

Laut Hearn werden Fury und Joshua zweimal gegeneinander kämpfen. Die schlechte Nachricht für alle Box-Fans: Kampf 1 findet Mitte des Jahres wohl nicht in einem großen englischen Fußball-Stadion statt, sondern im Nahen und gefühlt doch so "fernen" Osten.

"Der Nahe Osten wird sehr bestimmt auftreten und der Topkandidat sein. Um diesen Kampf zu machen, braucht man die Unterstützung der Regierung. Man braucht jemanden, der diesen Kampf als Statement für sein Land austragen will", sagte Hearn.

Klingt verdächtig nach Saudi-Arabien. Das totalitär regierte Land war Ende 2019 bereits Schauplatz für Joshuas Revanchesieg über den Amerikaner Andy Ruiz. Zuvor hatte ein saudisches Konsortium tief in die Tasche gegriffen und rund 100 Millionen Dollar für den "Kampf in den Dünen" auf den Tisch gelegt. Menschenrechts-Organisationen kritisierten den Deal scharf, das saudische Königshaus wolle mit dem Sport-Event in der Wüste sein Image "reinwaschen".

Teil 2 hoffentlich auf der Insel

World Heavyweight boxing champion Britain's Anthony Joshua lands a blow on challenger Bulgaria's Kubrat Pulev during their Heavyweight title fight at Wembley Arena in London Saturday, Dec. 12, 2020. (Andrew Couldridge/Pool via AP)
Joshua legte zuletzt Pflichtherausforderer Kubrat Pulev zu den Akten
© AP, Andrew Couldridge, TH

Immerhin: Den geplanten Rückkampf der britischen Box-Giganten würde Hearn am liebsten auf die Insel holen. "Wo? Im Millennium Stadium", sagte der 41-Jährige. Vorteil: Die Arena in Cardiff/Wales hat ein schließbares Dach. Fury vs. Joshua II könnte also auch bei typisch-britischem Wetter im Herbst oder gar Winter über die Bühne gehen.

Joshua verteidigte seine WM-Titel der Boxverbände WBA/WBO und IBF zuletzt im Dezember durch einen K.o.-Sieg über den Bulgaren Kubrat Pulev. WBC-Champion Fury stand seit seinem Triumph gegen Deontay Wilder Anfang 2020 nicht mehr im Ring.