Nach Tod von US-Boxer Day

Box-Präsident fordert Konsequenzen: „Abbruch, auch wenn Publikum buht“

© USA TODAY Sports, Jon Durr, bd5

19. Oktober 2019 - 10:41 Uhr

Zuletzt fast monatlich Todesfälle

Der Boxsport trauert um US-Profi Patrick Day. Mit nur 27 Jahren ist der Kämpfer nach seinem Fight gegen Landsmann Charles Conwell an den Folgen seiner schweren Hirnverletzungen gestorben – es ist 2019 nicht der erste tragische Verlust im Ring. Vom Bund Deutscher Berufsboxer (BDB) werden deshalb Konsequenzen zum Schutz der Sportler gefordert.

„Können uns damit nicht abfinden“

Der Tod von Patrick Day hat die Boxszene geschockt. Vier Tage nach seiner schweren K.o.-Niederlage gegen Charles Conwell erlag der US-Amerikaner seinen Hirnverletzungen, er starb im Kreis seiner Familie. "Es ist jedes Mal aufs Neue eine Katastrophe", sagt Präsident Thomas Pütz vom Bund Deutscher Berufsboxer (BDB) dem SID.

Ende September erst war der Bulgare Boris Welischkow bei einer Boxnacht in Albanien gestorben, Ende Juli erlag Profiboxer Maxim Dadaschew nach einem Kampf seinen Verletzungen. Weltweit gesehen sei die Todesrate zwar gering, "doch wir können uns damit nicht einfach abfinden", so Pütz.

Pütz fordert rechtzeitigen Kampfabbruch

BDB-Präsident Thomas Pütz
BDB-Präsident Thomas Pütz fordert, Boxkämpfe rechtzeitig abzubrechen - auch wenn das dem Publikum nicht gefällt
© Imago Sportfotodienst

In der kommenden Woche will sich der BDB-Präsident auf seiner Reise zum World Boxing Council (WBC) in Mexiko für den Schutz der Profi-Boxer einsetzen: "Dort wird es auch medizinische Seminare geben, in denen ich darauf hinweisen werde, wie groß die Verantwortung für die Ringrichter und die jeweilige Ringecke ist."

Für Pütz steht fest: "Ein Kampf muss rechtzeitig abgebrochen werden, auch wenn das Publikum buht." Noch ist unklar, ob es im Fall von Day beim Kampf in Chicago Versäumnisse der Verantwortlichen gab. Nach den schweren Kopftreffern durch Conwell, war Day mehrfach zu Boden gegangen. Auf dem Weg in die Klinik soll er laut DAZN einen Schlaganfall erlitten haben.

Sperren und medizinische Untersuchungen zum Schutz

In Deutschland sollen die Profi-Boxer durch besondere Maßnahmen genau davor geschützt werden. "Es gibt frühzeitig Schutzsperren, außerdem müssen alle Boxer medizinische Untersuchungen vorweisen", erklärt Pütz.

Nicht erst seit dem tragischen Verlust von Day ist der BDB gewarnt: "Wir müssen in Deutschland auch weiterhin alles unternehmen, dass es hier zu solchen Fällen nicht kommt", so der Präsident.