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Boxprofi "in der Form meines Lebens"

Charr will Rache an Don King uns träumt schon von Fury und Joshua

Mahmoud Charr hat seit 2017 nicht mehr geboxt
Mahmoud Charr hat seit 2017 nicht mehr geboxt
© imago/osnapix, osnapix / Hirnschal, imago sportfotodienst

26. Februar 2021 - 8:16 Uhr

Charr spricht über King-Posse: "Sehr frustrierend"

Vor einem Monat hätte Boxprofi Mahmoud Charr seinen "regulären" WBA-WM-Titel im Schwergewicht eigentlich in Florida gegen US-Boy Trevor Bryan verteidigen sollen. Daraus wurde nichts: Bryan-Promoter Don King bootete Charr eiskalt aus, sorgte dafür, dass die WBA dem Kölner den Gürtel abknöpfte. Charr will das nicht auf sich sitzen lassen: Der 36-Jährige verspricht, Bryan zu schlagen – und träumt schon von Tyson Fury und Anthony Joshua.

Don King bootete Charr eiskalt aus

"Es war alles sehr frustrierend. Vor allem der Fakt, wie es passiert beziehungsweise nicht passiert ist", sagte Charr der "Sun" über seinen geplatzten Kampf gegen Bryan. Charr hätte am 29. Januar seinen "regulären" WM-Titel des Weltverbandes WBA in Florida gegen den Amerikaner verteidigen sollen.

King hatte andere Pläne: Der Strakstrom-Frisurenträger nutzte seine engen Kontakte zur WBA und erwirkte, dass der Verband Charr zum "Weltmeister im Ruhestand" erklärte. Unter anderem monierte King, Charr habe das nötige Visum für den Kampf in den USA gefehlt. Dafür hätte Charr allerdings eine von King gegengezeichnete Kopie des Kampfvertrags benötigt – die der berüchtigte Promoter Charrs Promoter Erol Ceylan aber nie über den Großen Teich telegrafierte.

Der Boxmanager Don King aus den USA winkt am Freitag (09.03.2007) mit Fahnen vor dem Wiegen der beiden Boxer Klitschko und Austin in einem Autohaus in Mannheim. Wladimir Klitschko aus der Ukraine muss am 10. März 2007 in der SAP Arena in Mannheim geg
Don King kennt bei Boxgeschäften keine Skrupel
© picture-alliance/ dpa, Ronald Wittek

Charr: "Bryan hat keine Chance gegen mich"

So verlor Charr seinen Titel am Verbandstisch. Stattdessen kämpfte Bryan Ende Januar gegen Bermane Stiverne, einen anderen King-Schützling. Die WBA hatte Stiverne (zuvor seit zwei Jahren inaktiv und seit 2015 ohne Sieg) wie durch Zauberhand – Räusper, Räusper – in ihrer Rangliste platziert. Bryan schlug Stiverne durch Technischen K.o. in Runde 11 und firmiert seither als "regulärer" WBA-Champion.

Hoffnungsschimmer für Charr: Die WBA setzte Bryan eine Frist. Bis zum 30. Mai muss dieser seinen Titel gegen "Ruheständler" Charr verteidigen. Und der sinnt auf Revanche – an King.

"Ich bin froh, dass die WBA entschieden hat, dass Bryan bis Ende Mai Zeit hat, gegen mich zu kämpfen. Mein Team und ich werden alles tun, um sicherzustellen, dass sich die Januar-Story nicht wiederholt. Dieses Mal wird Don King nicht mit seinen schäbigen Tricks davonkommen. Und dann wird der Gürtel wieder da sein, wo er hingehört – bei mir!", sagte Charr.

Er sei "in der Form meines Lebens. Bryan wird keine Chance haben", so der einstige WM-Herausforderer von Vitali Klitschko.

Joshua/Fury im Sinn

Charr denkt (oder träumt) aber schon weiter. "Ganz klar, den Sieger zwischen Anthony Joshua und Tyson Fury", antwortete der "Diamond Boy" auf die Frage, gegen wen er nach Bryan kämpfen wolle.

Die rivalisierenden Champions Joshua (WBA, WBO, IBF) und Fury (WBC) sollen dieses Jahr in zwei Mega-Events den unumstrittenen Meister aller Klassen ermitteln. Sollte Charr den zweitrangigen, "regulären" WBA-Titel zurückerobern, wäre er gemäß WBA-Statuten irgendwann Pflichtherausforderer des WBA-Superchampions: Also Joshua oder Fury.

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