Boxer schreibt offenen Brief

Mahmoud Charr bereut Pass-Wirrwarr

Boxen WBA Schwergewichts Weltmeisterschaft 2017 Manuel Charr Alexander Ustinov am 25 11 2017 in
Boxen WBA Schwergewichts Weltmeisterschaft 2017 Manuel Charr Alexander Ustinov am 25 11 2017 in
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28. Juli 2020 - 18:10 Uhr

Charr: "Ich habe einen großen Fehler gemacht"

Der Wirrwarr um seinen nicht vorhandenen deutschen Pass lässt Box-Weltmeister Mahmoud Charr nicht los. Drei Jahre nach der "Passaffäre" meldet sich der 35-Jährige mit einem offenen Brief zu Wort. Darin entschuldigt sich Charr und zeigt Reue.

Charr entschuldigt sich in einem offenen Brief

"Zuerst möchte ich mich bei allen Menschen in Deutschland entschuldigen! Ich hatte nach meinem WM-Sieg 2017 geschworen, dass ich den deutschen Pass hätte. Ich wollte unbedingt Weltmeister für Deutschland sein", schrieb Charr in dem offenen Brief: "Inzwischen sehe ich ein, dass ich einen großen Fehler gemacht habe."

Im November 2017 sah das noch anders aus: Tagelang ließ sich der gebürtige Libanese als erster deutscher Schwergewichts-Champion seit Max Schmeling 1932 feiern. Doch plötzlich kam heraus, dass Charr gar keinen deutschen Pass besitzt. Vier Tage nach dem Gewinn des WBA-Titels gegen den Russen Alexander Ustinow gab er dem medialen Druck nach. Die Schuld am Wirbel schob er damals seinen Anwälten zu, die ihn falsch informiert hätten. Nun gestand er erstmals seinen eigenen Fehler ein.

Von Mahmoud zu Manuel und zurück

Zwischenzeitlich hatte der "Diamond Boy" sogar seinen bürgerlichen Namen Mahmoud in Manuel umgeändert, doch nach Bekanntwerden des Pass-Fauxpas wechselte er im Vorjahr wieder zurück. Sein WM-Kampf gegen Ustinow war auch zugleich sein letzter Auftritt im Ring.

Die für Mai diesen Jahres geplante erste Titelverteidigung gegen den Amerikaner Trevor Bryan fiel der Corona-Krise zum Opfer.