Manager bestätigt Verhandlungen

Boxen: Charr als Joshua-Gegner im Gespräch

© dpa, Guido Kirchner, gki kde jhe

24. April 2019 - 10:03 Uhr

Promoter sucht Herausforderer für Joshuas US-Debüt

Anthony Joshua sollte seine Schwergewichts-Titel am 1. Juni im New Yorker Madison Square Garden eigentlich gegen den 140-Kilo-Koloss Jarell Miller verteidigen. Weil der Amerikaner aber beim Dopen erwischt wurde, ist der Kampf geplatzt. Joshua-Promoter Eddie Hearn sucht für das US-Debüt seines Schützlings daher eifrig nach einem neuen Herausforderer. Auch der Name Mahmoud Charr schwirrt durch die Gazetten und Box-Foren.

Charr: "Ich bin bereit, Joshua herauszufordern"

Charrs Manager Christian Jäger bestätigte, dass der in Köln lebende Schwergewichtler bei Hearn als möglicher Miller-Ersatz auf der Liste stehe. "Wir haben unsere Leute seit zwei Tagen in London und haben schon ein paar Treffen abgehalten", wird Jäger von Fightnews.com zitiert. "Eddie und Anthony müssen viele Faktoren berücksichtigen. Sie wissen, dass wir den Kampf wollen. Der Ball liegt jetzt bei ihnen."

Charr, der seit kurzem wieder seinen Geburtsnamen Mahmoud (davor Manuel) trägt, würde einen Vertrag sofort unterschreiben. "Ich bin seit Januar im Training. Ich wurde von der VADA (eine nicht-staatliche Anti-Doping-Agentur, d. Red.) getestet und kann beweisen, dass ich sauber bin. Ich bin bereit und willens, Joshua am 1. Juni im Madison Square Garden herauszufordern", ließ der 34-Jährige wissen.

Amerikaner Hunter Favorit für Kampf in New York

Allzu große Hoffnungen sollte sich Charr aber nicht machen. Joshua-Promoter Hearn sucht nach einem in den USA halbwegs bekannten Namen, um die US-Premiere des Klitschko-Bezwingers ordentlich zu vermarkten. Als Favorit gilt momentan Michael Hunter. Der Amerikaner ging 2017 mit dem unumstrittenen Cruisergewichts-Weltmeister Oleksandr Usyk über die Distanz und ist wenigstens ein paar Box-Fans in den USA ein Begriff. Charr ist jenseits des Großen Teichs dagegen ein unbeschriebenes Blatt.

Video: So verprügelte Joshua Wladimir Klitschko

Positiver Doping-Test 2018 hängt Charr nach

Gegen Charr spricht außerdem seine eigene Doping-Vergangenheit. Der "Diamond Boy" war vergangenen Sommer vor einem geplanten WBA-Titelkampf gegen Fres Oquendo positiv auf anabole Steroide getestet worden. Auch wenn Charr seither seine Unschuld beteuert und wegen eines Verfahrensfehlers bei der Öffnung der B-Probe nie dauerhaft gesperrt wurde, dürfte er für Hearn kaum infrage kommen. Schließlich hatte der Engländer nach dem Doping-Befund Millers klipp und klar an alle möglichen Joshua-Gegner getwittert: "Wenn ihr AJ nicht sauber besiegen könnt, löscht meine Nummer!"