Nach krachender Niederlage gegen Fury

"Bronze Bomber" Wilder gibt Kostüm die Schuld

Boxing: Wilder vs Fury II
© USA TODAY Sports, Joe Camporeale, aa9

28. Februar 2020 - 10:25 Uhr

Kuriose Begründung

Es gehört beinahe zum guten Ton im Boxen, abstruse Ausreden als Grund für Niederlagen anzuführen: mal stimmte was mit den Handschuhen nicht, mal war das im Essen im Vorfeld schlecht oder schlichtweg die Punktrichter parteiisch. Deontay Wilder hat mit der Begründung für seine krachende Niederlage gegen Tyson Fury aber den Vogel abgeschossen.

Schwarze Maske mit roten Augenschlitzen

"Mein Kostüm war viel zu schwer", sagte der "Bonze Bomber" allen Ernstes, "ich hatte keine Beine."

Wilder war in einer irren Verkleidung zum Ring einmarschiert. Der 34-Jährige trug eine Gesichtsmaske mit feuerrot umrandeten Augenschlitzen, darüber eine Krone. Verziert war das schwarze, glitzernde Dress, das an eine American-Football-Ausrüstung erinnerte, mit Totenköpfen auf den Schultern.

Das Kostüm habe "mehr als 40 Pfund" (mehr als 18 kg) gewogen, begründete Wilder. "Ich habe es zehn oder 15 Minuten bevor ich raus bin angezogen." Die Designer hätten "freie Hand" gehabt, "es war ihre Idee".

Boxing - Deontay Wilder v Tyson Fury - WBC Heavyweight Title - The Grand Garden Arena at MGM Grand, Las Vegas, United States - February 22, 2020 Tyson Fury knocks down Deontay Wilder during the fight REUTERS/Steve Marcus     TPX IMAGES OF THE DAY
Tyson Fury schickte "Bronze Bomber" Deontay Wilder schon in der 3. Runde auf die Bretter.
© REUTERS, STEVE MARCUS, MB

Der Brite Fury hatte seinen amerikanischen Widersacher bei dem mit Spannung erwarteten Schwergewichts-Fight in Las Vegas völlig zerstört. In der 7. Runde warf die Wilder-Ecke nach einem ungleichen Kampf das Handtuch. Fury eroberte den WBC-Gürtel. Das erste Duell der beiden im Dezember 2018 war mit einem umstrittenen Remis zu Ende gegangen.

Wilder will jetzt den dritten Fight, er kann eine vertraglich vereinbarte Option ziehen. "Wir freuen uns drauf. Ich bin ein Kämpfer und ein wahrer Champion. Wir werden das definitiv machen", sagte der 34-Jährige ESPN.​

„Gypsy King“ träumt von Wohnwagen und Lagerfeuer

Fury könnte jedoch andere Pläne haben. Bei einem Mega-Kampf gegen Anthony Joshua winken ihm auch die Titel der drei anderen wichtigen Verbände IBF, WBO und WBA.

Erst einmal will der "Gypsy King" aber eine ruhige Kugel schieben und mit seiner Frau sowie den fünf Kindern im Wohnwagen durch England reisen. "Die Kinder um das Lagerfeuer herumlaufen lassen. Es gibt keine größere Freiheit", sagte Fury: "Selbst wenn ich in einem Schloss wohnen würde, würde ich immer in einem Wohnwagen schlafen wollen."