4. August 2018 - 14:18 Uhr

Tyson Fury fordert Schwergewichts-Weltmeister Deontay Wilder heraus

Der Boxwelt winkt offenbar ein Kampf der Giganten: Tyson Fury – seines Zeichens Enfant Terrible des Preiskampfes und Bezwinger von Wladimir Klitschko – steht laut eigenen Aussagen kurz vor einem Duell gegen Schwergewichts-Champion Deontay Wilder.

"Der Deal ist fast durch"

"Ich kann bestätigen, dass ich in ernsthaften Verhandlungen mit Deontay Wilder stehe", sagte der einstige Meister aller Klassen. Der Kampf sei für Dezember in den USA geplant, "der Deal ist fast durch", so Fury.

Fury lässt in Unterhosen die Sau raus

Um das spektakuläre Gefecht tatsächlich einzutüten, muss der 29-jährige Brite am 18. August in Belfast allerdings noch den früheren Klitschko-Herausforderer Francesco Pianeta aus Gelsenkirchen aus dem Weg räumen. "Ich werde Pianeta nicht unterschätzen. Er wird mir einen echten Kampf liefern und mich auf Wilder vorbereiten. Erst muss ich Pianeta flachlegen, dann kommt Wilder dran", trötete Fury am Rande einer öffentlichen Trainings-Session.

Im Gym von Ex-Champion Ricky Hatton zog der Engländer mal wieder eine echte Fury-Show ab, tänzelte beim Pratzen-Training mit Trainer Ben Davidson in Unterhosen durch den Ring.

Erst Absturz, dann Comeback

Fury hatte im November 2015 in Düsseldorf völlig überraschend den langjährigen Schwergewichts-König Wladimir Klitschko entthront, versank danach aber in einem Sumpf aus Alkohol, Drogen und Depressionen und erklärte mehrmals seinen Rücktritt vom Boxen. Zwischenzeitlich wog der 2,06-Meter-Riese 160 Kilogramm, ehe er zu einer sagenhaften Abspeckkur ansetzte und im Juni mit nur noch 125 Kilo auf den Rippen sein Comeback feierte. Gegen den als Kanonenfutter verpflichteten Aufbau-"Gegner" Sefer Seferi machte Fury allerdings keine berauschende Figur, auch wenn er die Faustkampf-Farce von Manchester nach Runde 4 durch Technischen K.o. gewann.

Fury und Wilder schon einmal Nase an Nase

Ein Kampf gegen den in 40 Kämpfen ungeschlagenen WBC-Weltmeister und K.o.-Fachmann Wilder (39 vorzeitige Erfolge) wäre zweifellos eine große Nummer. Sowohl Fury als auch der 2,01 Meter große Wilder gelten als Meister des Trash-Talks, kamen sich Anfang 2016 nach einem Kampf des Amerikaners im Seilgeviert schon einmal bedrohlich nahe.

Über allem schwebt Anthony Joshua

Kommt der Kampf zustande, könnte Fury auch zum Spielverderber für den von vielen Box-Fans erhofften Mega-Fight zwischen Wilder und WBA/WBO/IBF-Champion Anthony Joshua mutieren. Das Duell um alle vier anerkannten WM-Gürtel schien schon mehrmals perfekt, scheiterte letztlich aber immer wieder an unterschiedlichen Geld-Vorstellungen der Protagonisten.

In dieses Vakuum stößt Fury: Seinen Landsmann Joshua verhöhnte er in den sozialen Medien als Feigling, der nicht genug Mumm habe, um gegen den gefürchteten Wilder anzutreten. Er hingegen sei noch immer der wahre Schwergewichts-Champion und bereit, den US-Boy in dessen Heimat zu vermöbeln.