Boxen: Für Wladimir Klitschko ist der Boxkampf gegen Anthony Joshua ein "Mega-Event"

27. Dezember 2016 - 8:30 Uhr

29. April 2017, Wembley Stadion, London: Der britische Schwergewichtsweltmeister Anthony Joshua kämpft gegen Ex-Champion Wladimir Klitschko um seinen IBF-Titel sowie die vakanten IBO-und WBA-Superchampion-Gürtel – voraussichtlich vor 90.000 Zuschauern! Nach der ersten Pressekonferenz in den Katakomben des Wembley-Stadions traf RTL Klitschko zum Interview.

"Wir sind aus dem gleichen Holz geschnitzt"

Herr Klitschko, was bedeutet Ihnen dieser Kampf?

"Wahnsinnig viel. Es geht um mehrere Weltmeistertitel, es geht gegen einen Gegner, der Olympiasieger und Weltmeister ist. Und das in einem Stadion, in dem 90.000 Zuschauer erwartet werden. Das alles macht den 29. April zu einem extravaganten Mega-Event."

Wie schätzen Sie nach dann knapp anderthalbjähiger Pause Ihre Chancen ein?

"Das wird ein wahrer Schwergewichts-Fight. Die Chancen liegen bei 50:50. Wir beide sind wie aus einem Holz geschnitzt: gleiche Körpergröße, gleiche Kraft, allerdings mit Unterschieden bei Alter und Erfahrung. Und Anthony ist wahnsinnig athletisch."

Joshua war noch vor zwei Jahren Ihr Sparringspartner. Haben Sie da auch seine Schwächen kennengelernt? 

"Glauben Sie mir, jeder hat seine Schwächen. Deshalb wissen wir beide, was am 29. April auf uns zukommt." 

Wie groß ist denn Ihr Respekt vor dem Briten?

"Ich habe vor jedem meiner Gegner Respekt, und vor Joshua habe ich großen Respekt. Das heißt aber nicht, dass ich ihn nicht besiegen will. Ich bin besessen, zum dritten Mal Schwergewichts-Weltmeister zu werden. Dieser Kampf ist daher unheimlich wichtig für mich."

"Habe Zweifel, dass der Kampf zwölf Runden geht"

14.12.2016, Wembley Stadium, London, GBR, Anthony Joshua vs Wladimir Klitschko, Pressekonferenz, im Bild Anthony Joshua MBE (left) and Wladimir Klitschko // Anthony Joshua MBE (left) and Wladimir Klitschko during the press conference PK Pressekonfere
Anthony Joshua (l.) und Wladimir Klitschko messen beide 1,98 Meter.
© imago/Eibner Europa, imago sportfotodienst

Sie haben dann knapp anderthalb Jahre nicht mehr geboxt. Angst – dass der Steelhammer vielleicht ein bisschen eingerostet ist?

"Ich habe nicht das Gefühl, aber das werden wir am 29. April sehen. Ich war ja nicht untätig in diesem Jahr, habe mich zwei Mal auf einen Kampf vorbereitet, der dann jeweils abgesagt wurde. Aber es stimmt: eine so lange Pause hatte ich in meiner Profikarriere noch nie."

Ist das ein Kampf, der über die Runden gehen kann?

"Der Kampf kann über die Runden gehen, ich habe aber große Zweifel daran."

18 K.o.-Siege in 18 Kämpfen - wie sehr imponiert Ihnen diese 100-Prozent-Quote von Anthony Joshua?

"Ich habe ihn ja bei ein paar Sparringsrunden selber erlebt und weiß, dass er seine 18 Gegner nicht umsonst alle k.o. geschlagen hat. Er ist wirklich eine K.o.-Maschine mit sehr viel Dampf in seinen Fäusten."

Wie gut tut es, nach den Erfahrungen mit Tyson Fury nun gegen einen Sportsmann wie Joshua anzutreten?

"Wir haben auf der Pressekonferenz in London gezeigt, dass wir es nicht nötig haben, uns den Knockout anzudrohen oder zu provozieren. Ich würde sogar sagen, wir sind außerhalb des Rings so etwas wie Freunde. Wir haben Respekt voreinander und ich glaube, das ist gut für den Sport, denn wir haben auch eine Vorbildfunktion gerade für die jungen Menschen, die sich für das Boxen interessieren."

Wann beginnen Sie mit der intensiven Vorbereitung auf den Kampf?

"Ich werde Mitte Februar mit dem richtigen Training anfangen. Wir werden wohl hinter den gleichen Sparringspartnern her sein. Das ist wie auf einem Markt: man muss sich die Besten schnell schnappen, bevor der andere sie dir wegnimmt."

RTL überträgt den Kampf am 29. April live aus dem Wembley-Stadion in London