Boxen: Anthony Joshua würde IBF-Gürtel für Rückkampf mit Wladimir Klitschko opfern

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14. Juni 2017 - 16:17 Uhr

Für einen direkten Rückkampf gegen Wladimir Klitschko wäre Anthony Joshua bereit, seinen IBF-Titel im Schwergewicht niederzulegen. Sein Protegé wolle den Gürtel nicht abgeben, betonte Promoter Eddie Hearn im Gespräch mit dem englischen Boulevardblatt 'The Sun': "Aber wenn wir es müssen, werden wir genau das tun. Wir wollen nicht, dass die Boxpolitik der Entwicklung von AJ im Weg steht."

Wegner-Schützling Pulev IBF-Pflichtherausforderer

Hintergrund: Die IBF – einer der vier großen, anerkannten Weltverbände – hat den Bulgaren Kubrat Pulev (2014 K.o.-Opfer Klitschkos) zum Pflichtherausforderer Joshuas bestimmt. Laut IBF-Regularien müsste der englische Shooting-Star den rot-goldenen Gürtel daher als nächstes gegen den Boxer aus dem Sauerland-Stall verteidigen, was ein sofortiges Rematch mit Klitschko verhindern würde.

"Wenn wir die Chance bekommen, nehmen wir die natürlich wahr. Es wäre ja die ganz große Chance für mich, endlich auch einen Weltmeister im Schwergewicht herauszubringen", unterstrich Pulev-Coach Ulli Wegner in der 'Welt'. Sein Schützling hatte erst vor wenigen Tagen den in der C-Liga des Schwergewichts rangierenden Amerikaner Kevin Johnson in einem müden 12-Runden-Duell in Sofia nach Punkten besiegt und seinen 2. Platz in der Rangliste der IBF gefestigt. Da Rang 1 vakant ist, wäre Pulev bei dem 1983 gegründeten Verband der nächste Joshua-Gegner.

Laut Wegner sollen die Verhandlungen der beiden Lager schon nächste Woche beginnen, die Parteien hätten dann laut IBF-Statuten einen Monat Zeit, sich zu einigen.

Die Highlights des WM-Fights Joshua vs. Klitschko am 29. April

Joshua auch WBA- und IBO-Champion

Darf man den Aussagen Hearns Glauben schenken, stehen die Chancen für ein Duell zwischen Joshua und Pulev allerdings gering. Der gewiefte Matchmaker hatte schon im Vorfeld des Kampfes Joshua vs. Klitschko im Wembley-Stadion in einem Gespräch mit RTL angekündigt, notfalls einen Gürtel zu opfern, um große und finanzkräftige Kämpfe für seinen Boxer auf die Beine stellen zu können.

Und mit einem Rematch gegen 'Dr. Steelhammer' ließe sich – gerade nach dem spektakulären Gefecht von London – deutlich mehr Geld verdienen als mit einer Pflichtverteidigung gegen Pulev. Gürtel gäbe es ohnehin genug. Seit seinem T.K.o.-Sieg gegen den 41-jährigen Altmeister besitzt Joshua schließlich neben der IBF-Krone auch den Gürtel des WBA-Champions sowie den Titel des kleineren IBO-Verbandes.