Boxen: Anthony Joshua behält Weltmeistertitel im Schwergewicht - Wladimir Klitschko kämpft wie ein Löwe

30. April 2017 - 0:02 Uhr

Nach einem großen, dramatischen Boxkampf hat Wladimir Klitschko seinen dritten Weltmeistertitel im Schwergewicht verpasst. Der 41 Jahre alte Ukrainer verlor im Londoner Wembley-Stadion gegen den 14 Jahre jüngeren Titelverteidiger Anthony Joshua nach Technischem K.o. in der 11. Runde.

Klitschko: Cut am linken Auge in Runde 5

Vor der Mega-Kulisse von 90.000 Zuschauern begannen die mit 1,98 Metern gleich großen Kontrahenten extrem dynamisch, wobei der britische Lokalmatador in den ersten vier Runden leichte Vorteile verbuchen konnte. Den Turnaround für Klitschko gab es in Runde 5: Nachdem Joshua Klitschko einen Cut am linken Auge verpasst hatte und der Herausforderer für einen Moment Ringstaub schnupperte, kämpfte sich Klitschko wie ein Löwe zurück und blies zur Schlacht. Nach einem satten Wirkungstreffer taumelte Joshua gen Ende der Runde im Ring umher. Klitschko fand seinen Killerinstinkt – auch die Körpersprache des drahtigen Herausforderers war sogleich eine andere.

Klitschko schickt Joshua zu Boden

In Runde 6 ging es mit der Ringschlacht munter weiter. Mit einer rechten Gerade drückte der 41-jährige seinem ehemaligen Sparringspartner die Faust aufs dritte Auge, so dass der 27-Jährige kurzzeitig zu Boden ging. Doch auch 'AJ' fightete sich zurück und dominierte die 7. Runde von der Ringmitte aus. Ab der 8. Runde nahmen beide Kontrahenten ein bisschen Tempo und Intensität raus. Dabei agierte der 14 Jahre ältere Klitschko, der schon beim Wiegen vier Kilogramm weniger als der Titelverteidiger auf die Waage gebracht hatte, fitter und aktiver.

Joshua dreht mächtig auf

In der 11. Runde war der aufopferungsvolle Kampf Klitschkos dann jedoch jäh vorbei. Nach mehreren Wirkungstreffern Joshuas mit seiner explosiven Linken ging Klitschko wiederholt zu Boden - bis Ringrichter David Fields (USA) den Fight abbrach. Mit dem 19. K.o.-Sieg im 19. Profikampf verteidigte Joshua nicht nur seine Titel der IBF und IBO, sondern darf sich ab sofort auch Superchampion der WBA nennen. Für Klitschko war es im 69. Profikampf (64 Siege bei 54 Knockouts) die fünfte Niederlage. "Beide haben ihr Bestes gegeben, und der bessere Boxer hat heute gewonnen", gratulierte Klitschko dem alten und neuen Champion. "Zwei Gentlemen haben heute geboxt, das ist großartig für den Boxsport. Anthony war einfach besser als ich. Aller Respekt gilt ihm", so Dr. Steelhammer, dem es nicht vergönnt war, sich nach Muhammad Ali, Lennox Lewis, Evander Holyfield und Bruder Vitali Klitschko als fünfter Boxer zu verewigen, der zum dritten Mal Schwergewichts-Champ wird.