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Heute vor 57 Jahren

Als Cassius Clay zum "Größten" wurde

Vor 57 Jahren krönte sich Muhammad Ali (damals noch Cassius Clay) erstmals zum Schwergewichts-Champion
Vor 57 Jahren krönte sich Muhammad Ali (damals noch Cassius Clay) erstmals zum Schwergewichts-Champion
© Getty Images, Central Press

25. Februar 2021 - 7:15 Uhr

25. Februar 1964: Cassius Clay "erschüttert die Welt"

Was Sport-Jahrestage angeht, ist der 25. Februar ein ganz besonderes Datum. 1964 krönte sich an diesem Tag ein junger Mann namens Cassius Clay völlig überraschend zum Boxweltmeister im Schwergewicht. Es war die Geburtstunde des "Größten" – Muhammad Ali.

"Ich muss der Größte sein!"

Cassius Clay ist nicht zu bremsen, keine Chance. Er schreit, seine Sätze kommen schnell und hart wie zuvor seine Jabs auf den Körper von Sonny Liston, der kraftlos in seiner Ecke sitzt, hart getroffen, schwer gedemütigt.

"Ich bin der größte Kämpfer der je gelebt hat. Ich habe keinen Kratzer im Gesicht, und ich habe Sonny Liston besiegt, und ich bin gerade 22 Jahre alt geworden, ich muss der Größte sein!", schreit Clay den Reporter an, der ihm ein Mikrofon unter die Nase hält. Daneben steht Boxlegende Joe Louis, der genauso verdutzt ist, wie alle anderen. Clay beendet seine wortgewaltige Einlage mit den Worten: "Ich habe die Welt erschüttert, ich kenne Gott, ich kenne den wahren Gott."

Es ist der 25. Februar 1964. Sonny Liston, Weltmeister im Schwergewicht, hat vor der siebten Runde aufgegeben, verdroschen von einem mutmaßlich chancenlosen Großmaul, einem 22 Jahre alten Außenseiter, der vier Jahre zuvor Olympiasieger war in Rom - und der sich fortan Muhammad Ali nennt.

Cassius Clay (r) nimmt einer Linken von Charles "Sonny" Liston durch Ausweichen die Wirkung. Der Schwergewichtskampf am 25. Februar 1964 in Miami/Florida endete mit einer Sensation: Der für unbezwingbar gehaltene 29jährige Liston verlor in der 7. Run
Clay wich dem gefürchteten linken Dampfhammer-Jab von Liston immer wieder gekonnt aus
© picture-alliance / dpa

"Bärenjagd" in Miami

Dass er sich für den Größten hält, das weiß die Welt zu diesem Zeitpunkt bereits. Schon vor dem ersten Gong in Miami Beach hat sich Clay, gesegnet mit einem unerschütterlichen Selbstbewusstsein und einer unfassbar großen Klappe, lauthals zum "Schönsten" und zum "Größten" ausgerufen. Er verhöhnt und beleidigt den 31 Jahre alten Liston, den "Hässlichen Bären", der eine kriminelle Vergangenheit hat und Kontakte zur Mafia unterhält, über Wochen hinweg. Zum Wiegen erscheint Clay in einer Jacke mit der Aufschrift "Bärenjagd".

Als der Gong ertönt, dominiert Clay den Kampf. Spätestens in der achten Runde sei Schluss, hatte er im Vorfeld getönt. Clay ist aufreizend, lässt seine Deckung hängen, tänzelt leichtfüßig die Schläge des behäbig wirkenden Favoriten aus.

In der vierten Runde scheint der Kampf zu kippen, Clay sieht nichts - Listons Handschuhe sind mit einem Reinigungsmittel präpariert. Clay will aufgeben, sein Coach Angelo Dundee spült ihm die Augen aus und schickt in wieder raus aus der Ecke. Clay übersteht die fünfte Runde halbblind und schlägt – wieder voll bei Sinnen – wütend zurück.

K.o.-Sieg im Revanchekampf gegen Liston

FILE - In this May 25, 1965, file photo, heavyweight champion Muhammad Ali stands over fallen challenger Sonny Liston, shouting and gesturing shortly after dropping Liston with a short hard right to the jaw in the first round of their title fight in
Muhammad Ali gewann den Rückkampf gegen Liston durch K.o. in Runde 1
© picture alliance / AP Photo, John Rooney

In Runde sechs wird Liston verprügelt. Danach hat er genug. Clay hat die Welt erschüttert, er, der 7:1-Außenseiter, über den einer der Journalisten den legendären Satz schrieb, Clay könne den Analphabeten Liston höchstens im Buchstabierwettbewerb besiegen. Er ist der Größte - doch als er den Ring verlassen hat, schaltet er um. An der Seite des Bürgerrechtlers Malcolm X und des schwarzen Football-Stars Jim Brown löffelt er erst mal friedlich ein Vanilleeis.

Die Revanche findet am 25. Mai des folgendes Jahres statt. Muhammad Ali schlägt Sonny Liston in der ersten Runde mit dem legendären "Phantom Punch" in der ersten Runde K.o. Das Foto Alis, der sich über den gefallenen Liston beugt und den "Penner" anbrüllt, er solle weiterkämpfen, ist bis heute Kult.

SID/RTL.de

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