Schwergewichts-Champion verspottet 'Bronze Bomber'

Fury: Duell mit Wilder war einer meiner einfachsten Kämpfe überhaupt

Deontay Wilder v Tyson Fury - WBC Heavyweight Title
© REUTERS, STEVE MARCUS, MB

06. April 2020 - 21:33 Uhr

Fury: Wilder geht's doch nur ums Geld

Vor eineinhalb Monaten verpasste Tyson Fury dem bis dato ungeschlagenen Schwergewichts-Champion Deontay Wilder in Las Vegas eine veritable Abreibung. Der Prügelknabe zog trotzdem eine vertraglich vereinbarte Option für einen sofortigen Rückkampf. Ein Zug, der Fury überraschte. Der 'Gypsy King' ist sicher: Wilder geht es nicht um sportliche Revanche, sondern nur um Kohle.

"Man muss das Heu ernten, solange die Sonne scheint"

Fury hatte Wilder am 22. Februar im MGM Grand Hotel von Las Vegas sieben Runden durch den Ring geprügelt und nach Technischem K.o. gewonnen. Wenige Tage später entschied sich der entthronte Amerikaner dazu, eine Vertrags-Option zu ziehen, die Fury zu einem direkten Rückkampf verpflichtet.

"Ich war überrascht, weil es ein einseitiger Kampf war", sagte Fury dem britischen Radiosender talkSport zu Wilders Entschluss. "Er hat nicht eine Sekunde des Kampfes gewonnen. Aber das Boxen ist ein kurzes Spiel mit einer kurzen Karriere und es gibt ein altes Sprichwort: 'Man muss das Heu ernten, solange die Sonne scheint.'"

Wilder sei jetzt 34 Jahre alt, fuhr der Engländer fort und fragte: "Wie viele große Kämpfe bleiben ihm noch, nachdem er so beherrscht wurde?"

Fury vs. Wilder 3 soll im Herbst stattfinden

Viele amerikanische Boxer und Sportler lebten "wie Rockstars, obwohl sie keine sind" und würden ihr Geld zum Fenster rauswerfen, spottete Fury.

"Ich glaube nicht, dass es besonders verlockend ist, nochmal in den Ring zu steigen und eine totale Abreibung zu kassieren wie beim letzten Mal. Der Grund, warum Wilder den Kampf annimmt, ist das Geld", so der 2,06-Meter-Riese weiter.

Das insgesamt dritte Duell zwischen Fury und Wilder sollte ursprünglich am 18. Juli stattfindet, wurde wegen der Corona-Pandemie aber in den Oktober verlegt.

Fury von Wilder enttäuscht

FILE PHOTO: Feb 22, 2020; Las Vegas, Nevada, USA; Deontay Wilder and Tyson Fury box during their WBC heavyweight title bout at MGM Grand Garden Arena. Fury won via seventh round TKO. Mandatory Credit: Joe Camporeale-USA TODAY Sports/File Photo
Deontay WIlder sah in Las Vegas gegen Tyson Fury kein Land
© USA TODAY Sports, USA TODAY USPW, /FW1F/Kenneth Ferris

Auch bei seiner Rückschau auf den zweiten Kampf gegen Wilder haute Fury ordentlich auf die Pauke. "Um ehrlich zu sein, war ich ziemlich enttäuscht über die Herausforderung, die Wilder darstellte. Ich habe für zwölf Runden in jedem möglichen Tempo trainiert, und bin in zehn Wochen Trainingslager durch die Hölle gegangen. Ich habe mich auf den besten Kämpfer des Planeten vorbereitet, den schlimmsten Puncher, der je die Erde betreten hat."

Stattdessen sei das Duell mit dem 'Bronze Bomber' einer der einfachsten Kämpfe seiner Karriere gewesen, so Fury.

"Der Typ war Schwergewichts-Weltmeister, hatte seinen Titel zehnmal verteidigt und jeden einzelnen seiner Gegner k.o. geschlagen. Und dann trifft er auf einen wie mich, eigentlich ein Konterboxer, ein meisterhafter Techniker, und wird in ein paar Runden komplett zerstört."

Wenn Gegner wie Wilder die Besten "da draußen" seien, werde er nicht die "würdigen Herausforderer" vor die Fäuste bekommen, nach denen er sich sehne, trötete der 'Gypsy King'.