Revanche gegen Fury und Joshua?

Box-Bibel: Wladimir Klitschko hat Comeback-Plan im Kopf

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18. Januar 2019 - 15:18 Uhr

The Ring: Klitschko besprach Deal über drei Kämpfe

Als "verfrühten Aprilscherz" und "Fake News" bezeichnete Wladimir Klitschko Anfang der Woche Gerüchte, er werde im April in den Boxring zurückkehren. Wirklich? Die Box-Bibel "The Ring" hat Informationen, wonach der Ex-Champion sehr wohl an ein schwergewichtiges Comeback denkt.

Streaming-Gigant DAZN soll Klitschko auf dem Schirm haben

Klitschko habe mit der Streaming-Plattform DAZN einen lukrativen Deal über drei Kämpfe besprochen, berichtet "The Ring". Das amerikanische Magazin beruft sich auf Informationen "aus der Branche". Klitschko soll als weltweiter Botschafter für den Streaming-Dienst auftreten (wie etwa auch Fußball-Star Cristiano Ronaldo). DAZN zahle unter anderem einen "beträchtlichen Beitrag" an die UNESCO - eine Hilfsorganisation der Vereinten Nationen, für die sich Wladimir und sein Bruder Vitali seit vielen Jahren engagieren.

DAZN ist seit Septmeber 2018 ganz dick im amerikanischen Boxgeschäft, hat unter anderem Superstar Canelo Alvarez unter Vertrag. Der Mexikaner unterschrieb beim selbsternannten "Netflix des Sports" einen Vertrag über elf Kämpfe, kassiert dafür 317 Millionen Euro.

Erst Fury, dann Joshua?

Laut "The Ring" besprach Klitschko die Comeback-Pläne direkt mit Len Blavatnik. Der amerikanische Milliardär (Vermögen rund 17 Milliarden Dollar) ist Mehrheitseigner von DAZN - und wie Klitschko gebürtiger Ukrainer.

Die Rückkehr des 42-Jährigen soll folgendermaßen ablaufen: Klitschko feiert gegen einen Aufbaugegener seine Rückkehr in den Ring. Das Event könnte in Deutschland stattfinden. Danach knöpft sich "Dr. Steelhammer" die zwei Engländer vor, die ihm den Box-Abschied vermasselten: erst Tyson Fury, dann Anthony Joshua.

Fury hatte Klitschko Ende 2015 in Düsseldorf nach neuneinhalb Jahren sensationell als Schwergewichts-König entthront. Nachdem ein Rückkampf 2016 zweimal scheiterte, trat Klitschko im April 2017 in London gegen den neuen Weltmeister Joshua an. In einer denkwürdigen Ringschlacht verlor er durch Technischen K.o. in Runde 11. Wenige Monate später erklärte Klitschko seinen Rücktritt.

Dr. Steelhammer: April-Gerüchte ein "verfrühter Aprilscherz"

Doch was ist dran an der Verheißung der Box-Bibel? Schon vergangene Woche hatte BBC-Experte Steve Bunce von einer Klitschko-Rückkehr gesprochen. Konkret ging es um einen Kampf im April gegen den Engländer Dillyan Whyte. Schauplatz: Das Wembley-Stadion in London - dort, wo Klitschko gegen Joshua einen heroischen Kampf abgeliefert hatte und trotz Niederlage von 90.000 Briten mit Ovationen verabschiedet wurde.

Klitschko reagierte auf die Meldungen von der Insel. Im Gespräch mit "Sports Illustrated" nannte er die Gerüchte über ein Duell mit Whyte "Fake News". Später richtete sich "Dr. Steelhammer" via Twitter an seine Fans: "In letzter Zeit haben sich viele von euch bei mir gemeldet, die gerne ein Comeback von mir im April sehen würden. Ich bin euch allen dankbar dafür. Allerdings kann ich diese Spekulationen nur als verfrühten Aprilscherz bezeichnen."

Klitschko fühlt sich als Box-Rentner pudelwohl

Fakt ist: Klitschko (wird im März 43) ist trotz Box-Rente noch immer topfit. Im Sommer 2018 postete er ein Video, das ihn bei beim Sparring zeigt, außerdem trainierte er mit Cruisergewichts-Champion Oleksandr Usyk. Und: Das Klitschko-Dementi bezieht sich bislang nur auf den "Aprilscherz" Whyte. In der Vergangenheit hatte Klitschko stets betont, bei einem möglichen Comeback müsse es "um etwas Unglaubliches" gehen. Ob die Aussicht auf Revanche gegen seine Peiniger Fury und Joshua in diese Kategorie fällt, weiß nur Klitschko.

Gegen ein Comeback sprechen Klitschkos Beiträge in den sozialen Medien. Der Box-Rentner scheint sich in seiner Rolle als Geschäftsmann und Motivations-Coach pudelwohl zu fühlen.