Bluttat im US-Bundesstaat Colorado

Zehn Tote bei Schießerei in Supermarkt

Bei einer Schießerei in einem US-Supermarkt starben zehn Menschen.
Bei einer Schießerei in einem US-Supermarkt starben zehn Menschen.
© AP, Joe Mahoney, JPM

23. März 2021 - 7:41 Uhr

Angriff auf Supermarkt im US-Bundesstaat Colorado

Bei einem Angriff auf einen Supermarkt hat ein Schütze im US-Bundesstaat Colorado zehn Menschen getötet. Die Bluttat ereignete sich in einem Einkaufskomplex mit mehreren Geschäften und Cafés in der Stadt Boulder nordwestlich von Denver. Unter den Toten ist auch ein Polizist.

Noch kein Hinweis auf Motiv

Der getötete Kollege sei einer der ersten Beamten am Tatort gewesen und erschossen worden, erklärte Polizeichefin Maris Herold. Ein Verdächtiger wurde in Gewahrsam genommen. Zum Motiv machten die Behörden mit Verweis auf das frühe Stadium der Ermittlungen keine Angaben.

Zunächst seien bei der Polizei Meldungen über Schüsse und eine verdächtige Person mit einem Patrouillengewehr eingegangen, erklärte Herold. Die Polizei rückte mit einem großen Aufgebot an – der Ladenkomplex wurde umstellt, auch schwer bewaffnete Spezialkräfte waren im Einsatz. Per Lautsprecher riefen die Sicherheitskräfte den Verdächtigen zum Aufgeben auf.

Schock nach tödlichen Schüssen in Boulder

Schießerei in Supermarkt in Boulder (Colorado)
Die Polizei ermittelt nach dem tödlichen Angriff auf einen Supermarkt.
© dpa, David Zalubowski, dz pat

Augenzeugen berichteten von mehreren Schüssen und reglosen Menschen auf dem Boden des Supermarktes und auf dem Parkplatz. Auf Videobildern war zu sehen, wie ein Mann mit blutüberströmtem Bein und nacktem Oberkörper von der Polizei abgeführt wurde. Ob es sich dabei um den Verdächtigen handelte, war zunächst unklar.

"Es fühlt sich an wie der sicherste Ort in Amerika, und ich wurde gerade fast getötet, weil ich eine Limo und eine Tüte Chips gekauft habe", sagte ein schockierter Augenzeuge dem Sender CNN. Er berichtete, dass es im Supermarkt mehrmals laut geknallt habe. Beim dritten Knall seien die Leute nur noch gerannt.

Der zuständige Bezirksstaatsanwalt Michael Doherty erklärte: "Es ist eine Tragödie und ein Alptraum." Gouverneur Jared Polis sprach von einem "entsetzlichen Ereignis". Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, teilte mit, US-Präsident Joe Biden sei über den Vorfall in Colorado informiert worden und werde auf dem Laufenden gehalten.

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Fast täglich Tote bei Schießereien in den USA

In den USA kommt es fast täglich zu tödlichen Zwischenfällen mit Waffen, die dort leicht zu kaufen sind. Die Gesundheitsbehörde CDC verzeichnete in ihrer jüngsten Statistik aus dem Jahr 2018 insgesamt 39.740 Schusswaffentote in den USA, also etwa 109 Tote pro Tag.

Vergangenen Dienstag waren in drei Massagesalons in und um Atlanta im US-Bundesstaat Georgia innerhalb kurzer Zeit acht Menschen erschossen worden. Sechs von ihnen hatten einen asiatischen Hintergrund, sieben Opfer waren Frauen. Als Motiv für die brutalen Angriffe nannte der weiße Tatverdächtige Sexsucht und das Ziel, die "Versuchung" durch Massagesalons ausmerzen zu wollen. Die Bluttat hatte in den USA die Debatte über zunehmende Diskriminierung und Anfeindung asiatischstämmiger Amerikaner angefacht.