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Botswana: Wilderer töten fast 90 Elefanten wegen Elfenbein

Botswana: Wilderer töten fast 90 Elefanten wegen Elfenbein

Tierschützer schlagen Alarm

Es ist eines der schlimmsten Tier-Massaker in den letzten Jahren: In Botswana haben Wilderer mindestens 87 Elefanten getötet, um ihnen die Stoßzähne aus Elfenbein zu entfernen. Das teilte eine Gruppe von Tierschützern der Organisation "Elefanten ohne Grenzen" jetzt mit. Es läuft gerade eine Erhebung der Elefantenanzahl aus der Luft. Dabei entdeckten Tierschützer die toten Dickhäuter.

In Sambia und Angola sind Elefanten fast ausgerottet – jetzt kommen die Wilderer nach Botswana

Google Maps-Übersicht über den Süden Afrikas
Die getöteten Elefanten wurden in der Nähe des Okavangodelta-Nationalparks im Norden Botswanas gefunden.
Google Maps

"Jeden Tag sehen wir getötete Elefanten", sagte Mike Chase, der Direktor der Organisation. Die meisten davon seien in der Nähe des Okavangodelta-Nationalparks gefunden worden. Das Ausmaß der Wilderei sei erschreckend. Auch die Tierschützer des WWF warnen: "Dieser beispiellose Angriff zeigt, wie erbarmungslos die hochgerüstete Wildtiermafia vorgeht", so die WWF-Referentin für Wildtierkriminalität, Katharina Trump.

In Botswana lebt etwa ein Drittel aller afrikanischen Elefanten. Lange galten die Tiere dort als besonders geschützt. Doch weil sie in den angrenzenden Ländern Sambia und Angola durch Wilderei fast ausgestorben sind, weichen die Elefantenjäger jetzt nach Botswana aus. Außerdem wird seit Mai die Anti-Wilderer-Einheit des Landes zurückgebaut und entwaffnet – zuvor mussten die Jäger damit rechnen, selbst erschossen zu werden.

Wie skrupellos die Wilderer bei ihrer Jagd auf die Dickhäuter wirklich vorgehen, sehen Sie in unserem Video.

Das meiste Elfenbein wird mittlerweile in Asien verkauft

ARCHIV - Zöllner halten am 25.02.2011 sichergestelltes Elfenbein auf dem Flughafen in Bangkok. Tierschützer haben den boomenden Handel mit Elfenbein in China scharf kritisiert. Foto: EPA/RUNGROJ YONGRIT dpa (zu dpa-Korr.: "Tierschützer kritisieren bo
Besonders in Asien ist der Markt für Elfenbein groß - China hat schon erste Konsequenzen gezogen und den Handel verboten.
dpa, Rungroj Yongrit

Doch ohne die Wildhüter, die die Elefanten beschützen, haben die Wilderer ein leichtes Spiel. Sie haben es besonders auf ältere, männliche Elefanten abgesehen – denn diese haben die längsten Stoßzähne. Mit dem begehrten Naturmaterial werden vor allem in Asien horrende Preise erzielt, was das Elfenbein für die Wilderer besonders attraktiv macht.

Auch in Europa und den USA wird trotz des Verbots für Elfenbeinhandel von 1989 noch damit gehandelt – vor allem im Internet. Wegen des rücksichtslosen Abschlachtens von Elefanten hat Afrika in nur einem Jahrzehnt über 100.000 Tiere seines Elefanten-Bestands verloren.

Doch es gibt Hoffnung: Wegen der internationalen Kritik verbot China Anfang des Jahres den Handel mit Elfenbein – damit fällt der wichtigste Markt für die Händler komplett weg. Bis jetzt zeigte das Handelsverbot leider noch keine große Wirkung.

Allerdings gibt es mittlerweile auch neue Methoden, Elfenbeinschmugglern auf die Spur zu kommen. Speziell ausgebildete Hunde können das Knochenmaterial erschnüffeln und damit den Kriminellen das Handwerk legen.