Ende eines Verbots der Trophäenjagd

Botswana versteigert Lizenzen zum Töten von Elefanten

Afrika habe laut WWF in nur einem Jahrzehnt über 100.000 seiner Elefanten verloren.
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09. Februar 2020 - 19:37 Uhr

Jagd in "kontrollierten Gebieten" erlaubt

In Botswana fanden die ersten Auktionen für das Recht auf Elefantenjagd statt. Seit letztes Jahr ist das Verbot aufgehoben. In dem Land leben rund 130.000 Elefanten, die größte Population der Welt. Die Regierung verkaufte in der Hauptstadt Gaborone sieben Jagdscheine, mit denen jeder Jäger zehn Elefanten in "kontrollierten Jagdgebieten" töten darf.

Töten von 272 Tieren in diesem Jahr festgelegt

Nur in Botswana registrierte Unternehmen durften für die Lizenzen bieten. Diese sollen dann gewinnbringend an Trophäenjäger verkauft werden. Afrikanische Naturschutzorganisationen, die auch bieten, aber die Tiere nicht erschießen wollten, waren laut "The Independent" von der Teilnahme ausgeschlossen.

Die Regierung hat das Töten von insgesamt 272 Tieren in diesem Jahr festgelegt. Ausländische Jäger dürfen 202 davon abschießen und Trophäen exportieren. Die meisten Trophäenjäger im südlichen Afrika sollen aus den USA kommen.

Trophäenjäger suchen die größten und stärksten Tiere aus

Botswana hat den Jagd-Bann gegen Elefanten aufgehoben. Naturschützer schlagen Alarm, Tierfreunde rufen Touristen zu Boykott auf.
Botswana hat den Jagd-Bann gegen Elefanten aufgehoben. Naturschützer schlagen Alarm, Tierfreunde rufen Touristen zu Boykott auf.
© MyImages - Micha Klootwijk, Micha Klootwijk

Naturschützer warnen davor, dass die Jagd schwere Folgen mit sich bringt. Denn oft würden die Trophäenjäger die größten und oft gesündesten Tiere aussuchen. "Trophäenjagd ist künstliche Selektion. Indem es auf die größten und stärksten Tiere abzielt, hinterlässt es die schwächeren, kleineren Tiere", sagte Eduardo Goncalves, Gründer der Kampagne zum Verbot der Trophäenjagd, gegenüber "The Independent", "Dies bedeutet, dass die besten Gene verloren gehen , so dass die Arten weniger in der Lage sind, sich an den beschleunigten Klimawandel anzupassen, anfälliger für Krankheiten sind und das Risiko des Aussterbens größer ist."

Präsident von Botswana forderte Elefantenjagd

Botswana hatte 2014 ein Verbot der Elefantenjagd verhängt. Dieses Verbot wurde wieder aufgehoben. Präsident Mokgweetsi Masisi hat letztes Jahr die Elefantenjagd gefordert. Der Grund: Landwirte hätten sich über eine Zunahme gefährlicher Begegnungen mit Elefanten beschwert.

Tierschützer sorgen sich nicht nur um den Verlust und das Leid der Tiere. Sie befürchten auch, dass Botwanas wichtige Tourismusbranche durch den Wandel zerstört wird. Denn Besucher könnten abgeschreckt werden. Der Elefantentourismus ist sehr wichtig für die afrikanische Wirtschaft. 

FILE PHOTO: A pair of male elephants is seen in the Okavango Delta, Botswana, April 25, 2018. Picture taken April 25, 2018. REUTERS/Mike Hutchings/File Photo
In Botswana ist die Jagd auf Elefanten wieder erlaubt. Die Entscheidung ist umstritten, denn die Tiere locken viele Touristen an.
© REUTERS, Mike Hutchings, /FW1F/Gareth GDJones

2016 schätzten Experten, dass die Elefantenpopulation in Afrika innerhalb eines Jahrzehnts um 111.000 Elefanten zurückgegangen war. Heute gibt dort nur noch 415.000 Elefanten.