Boston-Attentat: Bomber muss mit Todesstrafe rechnen

16. Mai 2015 - 13:23 Uhr

Terrorist oder Hintermann?

Im Prozess gegen den Bombenattentäter beim Boston-Marathon sind die Schlussplädoyers gehalten worden. Jetzt geht es darum, ob die Geschworenen ihn als kaltblütigen Terroristen oder Hintermann seines Bruders sehen. Ein Schuldspruch gilt als sicher. Unklar ist, ob er zum Tode verurteilt wird oder ihm eine lebenslange Haft droht.

Boston-Bomber vor Gericht
Dschochar Zarnajew (Skizze des Gerichtszeichners) droht die Todesstrafe.
© REUTERS, JANE FLAVELL COLLINS

Die Staatsanwaltschaft bezeichnete den Angeklagten Dschochar Zarnajew als Terroristen. Zarnajew und sein Bruder Tamerlan hätten sich als islamistische Gotteskrieger gefühlt und kaltblütig Bürger umgebracht. Ihr Ziel sei es gewesen die USA für das Töten von Muslimen in Afghanistan und im Irak zu bestrafen. Er habe dabei auch bewusst kleine Kinder zu Opfern machen wollen.

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, beim Anschlag auf dem Boston-Marathon am 15. April 2013 drei Menschen getötet und mehr als 260 verletzt zu haben.

Die Verteidigung Zarnajews räumte seine Beteiligung am Anschlag ein. Er habe auf der Zielgeraden der Marathon-Strecke zwei Bomben gezündet. Drahtzieher sei jedoch sein sieben Jahre älterer Bruder Tamerlan gewesen. Die Verteidiger betonten, dass dieser die Hauptschuld trage und das Attentat ohne ihn nie passiert wäre. Er wurde auf der Flucht vor der Polizei erschossen.

Der 21-Jährige ist in insgesamt 30 Punkten angeklagt. 17 davon wiegen so schwer, dass sie mit der Todesstrafe geahndet werden könnten. Obwohl der US-Bundesstaat Massachusetts die Todesstrafe in den frühen 1980er Jahren abgeschafft hatte, kann Zarnajew zum Tode verurteilt werden, da er sich in einem Bundesverfahren verantworten muss. Das Bundesrecht erlaubt generell die Todesstrafe.