Drei Tore zum BVB-Derbysieg

Hass-Tiraden überschatten Gala von Youssoufa Moukoko

Fußball-Talent  Moukoko
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18. Oktober 2020 - 20:40 Uhr

Borussia Dortmund: Moukoko trifft und trifft und trifft ...

Zweites Spiel, zweiter Dreierpack: Sturm-Megatalent Youssoufa Moukoko hat die U19 von Borussia Dortmund in der A-Jugend-Bundesliga mit drei Toren zum Derbysieg bei Schalke 04 (3:2) geführt. Überschattet wurde die Partie von übelsten Beschimpfungen, darunter offenbar rassistische Anfeindungen, aus den Zuschauerreihen. Schalke verurteilte die Entgleisungen – der DFB will ermitteln.

BVB: Mitte November darf Moukoko debütieren

Der 15-Jährige erzielte beim 3:2 (2:1)-Auswärtserfolg alle Treffer (10./40./62.) für die Gäste. Schon bei seinem ersten und zuvor einzigen Saisonspiel bei Preußen Münster (5:0) hatte der Youngster dreifach getroffen – innerhalb gerade mal einer Viertelstunde.

Bei seiner Derby-Gala musste sich Moukoko Beleidigungen der unterste Schublade anhören. Im Stream der U19-Partie waren vor allem nach dem dritten Treffer massive Beleidigungen von der Tribüne zu hören. Ausrufe wie "Leg dich ins Grab" oder "Ich brech dir alle Knochen" waren zu hören, auch rassistische Beschimpfungen fielen.

Am Nachmittag reagierte der FC Schalke mit einem Statement. "Wir können uns bei Youssoufa Moukoko für die Aussagen einiger Fans beim #U19S04BVB der Knappenschmiede nur entschuldigen", hieß es darin. "Bei allen Emotionen im Derby - solche Beleidigungen verurteilen wir aufs Schärfste und lehnen sie ausdrücklich ab." Notwendige Maßnahmen würden eingeleitet.

Der BVB postete auf Twitter ein Foto des jubelnd über den Rasen rutschenden Derby-Helden. Das Bild garnierte die Borussia mit einem Emoji, das die Schalker Pöbler mit Zeigefinger auf den Lippen zum Schweigen auffordert und den Hashtags: "NoToRacism" sowie "BorussiaVerbindet".

DFB will Fall untersuchen

Reaktionen auf die Beleidigungen gab es während des Spiels ebenso wenig wie Konsequenzen für die entsprechenden Anhänger. Fans beider Lager forderten Schalke aber zum Handeln auf.

Derweil meldete sich der DFB zu Wort. "Der Deutsche Fußball-Bund duldet grundsätzlich keinerlei Rassismus auf seinen Plätzen und tritt jeglicher Form davon entschieden entgegen. Anfang der Woche wird der Kontrollausschuss Ermittlungen aufnehmen und den Vorfall untersuchen", erklärte Thomas Bergmann, das für die A-Junioren-Bundesliga zuständiges Mitglied des DFB-Kontrollausschusses

Moukokos Profi-Debüt noch in diesem Jahr?

Moukoko steht seit dieser Saison im Bundesliga-Kader von Trainer Lucien Favre, für das Oberhaus ist er aber erst nach seinem 16. Geburtstag am 20. November spielberechtigt. Sein Debüt winkt damit am 8. Spieltag am 21. November bei Hertha BSC. Auch in der Champions League könnte der Junioren-Nationalspieler dann zum Einsatz kommen.