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Born to be wild im Iran: Mit dem Bike gegen das Regime

Born to be wild im Iran: Mit dem Bike gegen das Regime

"Ich will Vorkämpferin sein"

Sieht man auf normalen iranischen Straßen ein Motorrad, dann ist klar: Das ist ein Mann. Frauen auf Motorrädern – das geht gar nicht, jedenfalls im Weltbild der Autoritäten im Iran. Dieses wird allerdings nur knapp 45 Kilometer von der Hauptstadt Teheran entfernt von einer mutigen jungen Frau namens Benaz Shaffiei vehement und laut in Frage gestellt.

Born to be wild im Iran: Mit dem Bike gegen das Regime
Benaz Shaffiei beim Motocross: "Ich will Vorkämpferin sein, andere Frauen inspirieren"

Die 26-Jährige hat nämlich einen Traum: Sie will Motocross-Champion werden. Ihr Bruder hat der heute 26-Jährigen das Fahren vor elf Jahren beigebracht, in den Bergen westlich der Hauptstadt, weit weg von den Augen der strengen Sittenwächter. "Ich will Vorkämpferin sein, andere Frauen inspirieren und sie zu diesem Sport motivieren. Gemeinsam können wir die Behörden überzeugen, Frauen im Motorrad-Rennsport anzuerkennen", sagt Benaz.

Der Weg zum Training ist eine Tortur, sie darf sich nicht einfach auf ihr Bike setzen und hinfahren, denn sie darf nicht einmal einen Führerschein für ihr Lieblingsgefährt haben. Immerhin hat sie die Erlaubnis von der Motorradvereinigung. Ihr Trainer, Hamid Mahinkhaki, ist voll von ihr überzeugt: "Wenn Behnaz mit vernünftigem Equipment ausgerüstet wird, ihr Aufmerksamkeit und die Chance gegeben wird, Techniken auf unterschiedlichen Pisten zu trainieren, wenn sie vernünftig unterstützt wird, dann wird sie sich toll entwickeln. Sie kann die Nummer 1 werden beim Motocross im Iran", sagt Mahinkhaki.

Und sie macht Eindruck. Beim Training jubeln ihr regelmäßig Frauen zu, eine sagt: "Ich war überrascht, als ich sie gesehen habe. Zuerst habe ich gar nicht gewusst, dass das eine Frau ist, die da fährt, bis ich ihr langes Haar gesehen habe. Es hat mich erstaunt, wie eine Frau so mutig sein kann. Ich würde mich das niemals trauen."

Benaz Shafiei muss sich einiges trauen, denn sie trainiert gefährlich: Die Amateurpisten sind rutschig und nicht präpariert. Es gibt keine medizinische Hilfe vor Ort. Doch selbst ein Sturz ist für die Bikerin ein kleiner Sieg, weil sie sich das Motocross-Rennen nicht verbieten lässt.