Antrittbesuch des britischen Premiers

Boris Johnsons kleiner Seitenhieb: "Wir schaffen das"

22. August 2019 - 8:07 Uhr

Johnson und Merkel auf der Suche nach der Brexit-Lösung

Der britische Premierminister Boris Johnson ist zum Antrittsbesuch bei Kanzlerin Angela Merkel in Berlin. Es ist ein schwieriges Treffen, schließlich ringen Großbritannien und die EU noch immer um eine Brexit-Lösung. Immerhin bemüht sich Merkel um Zuversicht - und Johnson packt sein Deutsch aus. Den Moment zeigen wir im Video.

Crazy little thing called... Brexit

Bundeskanzlerin Angela Merkel empfängt Boris Johnson
Bundeskanzlerin Angela Merkel empfängt den Premierminister des Vereinigten Königreichs Boris Johnson.
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Johnson war laut eigener Aussage nach Berlin gekommen, um über "diese kleine Angelegenheit, den Brexit" zu sprechen. Zu Beginn des Treffens trat der Brexit-Hardliner gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel vor die Presse. Bis zu diesem Punkt schien der britische Premier seinen Besuch sehr zu genießen: "So etwas Großartiges habe ich, glaube ich, überhaupt noch nicht erlebt in meinem Leben, das ist eine wunderbare Sache, dass ich heute hier in Berlin sein kann", schwärmt Johnson.

Beide Seiten machten aber auch ihre Positionen erneut klar. So warb Merkel abermals für einen geordneten Austritt Großbritanniens aus der EU. Allerdings sei man auch auf einen nicht verhandelten Brexit vorbereitet, sagte die Kanzlerin. Auch Johnson betonte, er wolle einen verhandelten Austritt - und sei sicher, dass man das schaffen werde. "Wir schaffen das", ergänzte er auf Deutsch und fügt in seiner Muttersprache hinzu: "Ich glaube, so sagt man das."

Die Kanzlerin nimmt's mit Humor

Merkel versteht den kleinen Seitenhieb natürlich sofort: Ihr Satz "Wir schaffen das" in der Flüchtlingskrise 2015 war für die Gegner ihrer Migrationspolitik fast zum Symbol der Kritik geworden. Die Kanzlerin verzieht etwas das Gesicht bei Johnsons Worten, muss sich allerdings auch Mühe geben, nicht zu schmunzeln, als unter den Journalisten im Saal Gelächter ausbricht. 

Verhärtete Fronten beim Thema Backstop

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trinkt mit Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, bei ihrem Treffen im Bundeskanzleramt auf einem Balkon ein Getränk.
So ein Gläschen Wein lockert sicher die Stimmung: Angela Merkel und Boris Johnson auf einem Balkon des Bundeskanzeramts in Berlin.
© dpa, Michael Sohn, SO wst

Johnson, der Großbritannien am 31. Oktober aus der EU führen will - mit oder ohne Abkommen, beharrte weiterhin darauf, dass der Backstop "beseitigt" werde. Dabei handelt es sich um die von der EU verlangte Garantieklausel für eine offene Grenze zwischen dem britischen Nordirland und der Republik Irland. "Der Backstop weist große, große Mängel auf für ein souveränes, demokratisches Land wie das Vereinigte Königreich. Er muss einfach gestrichen werden." Nur dann könne man "schnell Fortschritte erzielen", sagte Johnson.

Auch Merkel blieb beim Thema Backstop hart: Dieser sei "Ausdruck eines nicht gelösten Problems", nämlich einer fehlenden Regelung an der Grenze zwischen Irland und Nordirland nach einem Brexit. Man könne eine Lösung dafür noch immer in den nächsten 30 Tagen finden, betonte Merkel. "Aber da müssen wir uns anstrengen." Es gehe jetzt darum, den Austritt so zu gestalten, dass zwischen der EU und Großbritannien weiterhin gute Beziehungen möglich seien. Wenn Großbritannien schließlich ein Drittstaat sei, sollte man über eine Freihandelszone verhandeln.