Neuer Briten-Premier

Boris Johnson: Junge Freundin, verrückte Frisur, nicht langweilig

23. Juli 2019 - 15:39 Uhr

Brexit um jeden Preis

Er ist der neue Mann in Großbritannien: Boris Johnson ist neuer Chef der konservativen Partei und wird dann morgen von Königin Elizabeth zum neuen Premierminister ernannt. Der Mann mit dem blonden Wuschelkopf ist beileibe kein Unbekannter - Fans hat "BoJo", so sein Spitzname, vor allem im Königreich. In Deutschland und Europa schlägt man eher die Hände überm Kopf zusammen. Kein Wunder: Johnson ist einer von denen, die unbedingt den Brexit wollten. Großbritannien muss raus aus der EU, fordert er seit langem. Am 31. Oktober soll es so weit sein - ohne Wenn und Aber.

Boris Johnson macht Werbung für Notting Hill Carnival
Der ehemalige Bürgermeister von London, Boris Johnson, wird der nächste britische Premierminister.
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Warum? Die Begründung scheint ihm egal zu sein. Boris Johnson verspricht seinen Landsleuten vielmehr das Blaue vom Himmel. Vor der großen Abstimmung vor vier Jahren sagte er, sein Land könne Hunderte Millionen Pfund sparen und ins eigene Gesundheitssystem stecken - eine Lüge, wie er kurz nach Ende der Abstimmung einräumte. Jetzt verspricht er, das kniffelige Irland-Problem einfach so zu lösen. Obwohl sich alle anderem vor ihm die Zähne daran ausgebissen haben. Wie Boris Johnsondas hinkriegen will, hat er nicht gesagt.

"Boris, lass dir die Haare schneiden!"

Boris Johnson ließ sich nach Aufforderung die Haare schneiden.
Boris Johnson ist jedenfalls keine graue Maus.
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Eines muss man dem leidenschaftlichen Radfahrer aber lassen - eine graue Maus ist er nicht. Und das liegt nicht nur an der Frisur, aber auch. Die bekommt immer wieder ihre eigenen Schlagzeilen. Im Juni meldete das Revolverblatt "Sun" zum Beispiel, warum Johnsons Haare plötzlich so kurz waren.

Auf Wahlkampftour war er demnach in einen Salon im Westen Londons hereingeschneit. Der Chef des Ladens rief ihm zu: "Boris, lass dir die Haare schneiden!" - woraufhin Johnson einfach "Ok" sagte und sich in den Friseurstuhl fallen ließ. "Aber schneiden Sie nicht zu viel ab, verändern Sie mich nicht", warnte er. Doch dann geriet der Schnitt kürzer als erwartet. Johnson schien dennoch zufrieden zu sein - er gab sogar fünf Pfund Trinkgeld auf die 15 Pfund, die der Haarschnitt kostete.

Die Neue an Boris Johnsons Seite

Carrie Symonds ist Boris Johnsons neue Freundin.
Carrie Symonds ist die neue Frau an Boris Johnsons Seite.
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Die "Sun" hatte schon spekuliert, dass jemand ganz anderes für den ordentlicheren Look des 55-Jährigen verantwortlich war: Johnsons junge Freundin Carrie Symonds. Die 31-jährige ist seit diesem Sommer die Frau an seiner Seite - zuvor hatte er sich nach 25 Jahren Ehe von seiner Frau Marina Wheeler getrennt.

Die Neue ist PR-Beraterin, kommt aus London und hatte bis 2018 für die Konservative Partei, die Torys, gearbeitet. Ihr Ex-Freund beschrieb sie als besonders leidenschaftlich - im Guten wie im Schlechten. "Wenn es gut lief, war es großartig, fantastisch", sagte Oliver Haste der "Mail on Sunday". "Wenn es schlecht lief, war es furchtbar. Jede Beziehung mit Carrie oder Freundschaft mit Carrie ist sehr intensiv. Es ist nie langweilig."

Heftiger Streit mit Freundin Carrie Symonds

Das dürfte Johnson auch schon mitbekommen haben. Vor vier Wochen machte er seine ersten Carrie-Schlagzeilen. Ein Nachbar hatte die Polizei gerufen, weil er Boris Johnson und seine neue Flamme laut streiten hörte. "Es war laut und wütend genug, dass ich Angst bekam und mich um das Wohlergehen der Betroffenen sorgte", sagte der Nachbar.

Er beschloss den Streit mit seinem Handy mitzuschneiden. In der Aufnahme soll zu hören sein, wie Carrie schreit: "Geh runter von mir!" und "Raus aus meiner Wohnung!" Er soll gesagt haben: "Geh von meinem verdammten Laptop weg" – dann sei ein Knall zu hören gewesen. Freunde beschreiben ihn dagegen als sehr verliebt. Einer von ihnen sagte der "Sun", Johnson werde seiner Freundin einen Antrag machen, sobald die "Tinte auf den Scheidungspapieren trocken" sei.

Boris Johnson wird neuer Premierminister.
Langweilig wird es mit Boris Johnson sicher nicht.
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Junge Frau, blonder Wuschelkopf, kreatives Verhältnis zur Wahrheit - kein Wunder, dass Johnson auch einen Fan jenseits des Atlantiks hat. US-Präsident Donald Trump findet den Briten klasse. Schon vor Wochen sagte er, Johnson wäre ein guter Premierminister. Johnson wiederum hat Trump gelobt, auch wenn er früher noch über ihn gelästert hat. Langweilig wird es mit Boris Johnson wohl nicht werden - aber ob das in der Politik wirklich wünschenswert ist, muss sich erst noch zeigen.