13. Juli 2019 - 10:00 Uhr

Auktion brachte rund 763.000 Euro ein

Pokale, wertvolle Uhren und sogar Socken: Insgesamt 82 Gegenstände von Tennislegende Boris Becker sind beim Londoner Auktionshaus Wyles Hardy versteigert worden. Rund 763.00 Euro sind so zusammengekommen - eine Summe, mit der der 51-Jährige zumindest einen Teil seiner Schulden begleichen kann. Jetzt die Überraschung: Ein Käufer will Becker einen Großteil der versteigerten Stücke zurückgeben.

Käufer will Tennislegende helfen

Der Berliner Unternehmer Christian Krawinkel hatte über die Hälfte der Erinnerungsstücke für insgesamt knapp 493.000 Euro ersteigert - darunter auch den Bambi, den Becker als "Mann des Jahres 1985" bekommen hatte. Für den Unternehmer ist klar: Er will Becker die Stücke zurückgeben. "Ich selbst habe entsprechende Erfahrung mit der Gier gewisser Finanzierungsinstitute sowie unseriösen Offerten dubioser Geldgeber in einem Abschnitt meines Lebens gemacht und betrachte es als ungeheuerlich wie das Lebenswerk eines gefeierten Volkshelden des Sports zerfleddert und bis hin zu den Socken öffentlich verramscht wird. Dagegen will ich ein Zeichen setzen", teilte Krawinkel mit.

Darf Becker die wertvollen Sachen trotz Insolvenz behalten?

Die Tennislegende dürfte sich über diese große Geste freuen. Schon vor der Versteigerung hatte Becker beklagt, dass man ihm die Gegenstände wegnehme. "Bei dieser Versteigerung geht es nur darum, mir persönlich wehzutun, weil ich natürlich emotional an den Trophäen hänge", hatte der 51-Jährige der "Bild am Sonntag" gesagt. Beckers Insolvenzverwalter sah das natürlich anders - denn die Tennislegende gilt durch unbeglichene Schulden seit 2017 als zahlungsunfähig.

Genau das könnte für Boris Becker zum Problem werden: Sollte er während seiner Insolvenz große Einnahmen erzielen oder wertvolle Geschenke bekommen, wie zum Beispiel die versteigerten Pokale, würde das als neues Vermögen zählen - das dann wieder an den Insolvenzverwalter gehen müsste. Einziges Schlupfloch: Der Berliner Unternehmer könnte Becker die Gegenstände während der Insolvenz leihen und sie ihm erst dann offiziell schenken, wenn der ehemalige Tennisprofi schuldenfrei ist.