Bordelle bleiben in Niedersachsen zunächst geschlossen

Eine Prostituierte wartet in einem Bordell auf Kundschaft. Foto: Andreas Arnold/dpa/Illustration
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28. Mai 2020 - 17:07 Uhr

Prostitution bleibt in Niedersachsen angesichts der Corona-Epidemie bis auf Weiteres verboten, obwohl das Gewerbe auf eine Teilöffnung mit dem Angebot von Massagen dringt. Wie das Sozialministerium in Hannover am Donnerstag mitteilte, ist für die Öffnung von Bordellbetrieben und die Erlaubnis von Straßenprostitution noch kein Zeitpunkt ins Auge gefasst. Allerdings liege dem Land ein umfangreiches Hygienekonzept des in Hannover ansässigen Unternehmerverbands Erotikgewerbe Deutschland zu einem Teilstart des Gewerbes vor. Es sieht eine Wiedereröffnung der Bordellbetriebe unter Beschränkung auf erotische Massagen vor.

Der Verband argumentiert damit, dass körpernahe Dienstleistungen wie Kosmetik, Fußpflege, Tätowieren und medizinische Massagen bereits wieder unter Sicherheitsvorkehrungen zugelassen seien. Das Erotikgewerbe brauche eine Perspektive für eine verantwortungsvolle Wiedereröffnung. Statt die Beschäftigten in die Illegalität und somit in die Schutzlosigkeit zu drängen, sollten die Bundesländer die Schließung der Erotikbetriebe mit Einschränkungen aufheben. Verbandssprecher Holger Rettig sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", man wolle Niedersachsen und sieben andere Bundesländer auf eine Teilöffnung verklagen.

Quelle: DPA