Bootsunglück:Hilfsorganisation befürchtet 400 ertrunkene Flüchtlinge im Mittelmeer

Unzählige Flüchtlinge versuchen ihr Glück auf dem Seeweg.
Unzählige Flüchtlinge versuchen ihr Glück auf dem Seeweg.
© dpa, Giuseppe Lami

16. April 2015 - 10:29 Uhr

144 Flüchtlinge wurden gerettet

Bei einem Schiffsunglück vor der libyschen Küste sind nach Angaben einer Hilfsorganisation vermutlich 400 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken. Dies gehe aus Schilderungen von Überlebenden hervor, die in der süditalienischen Stadt Reggio Calabria angekommen seien, teilte die Organisation 'Save the Children' mit. Unter den Opfern seien auch Kinder.

Die italienische Küstenwache hatte 144 Flüchtlinge von einem Boot gerettet, das vor der Küste Libyens gekentert war. Neun Leichen wurden geborgen. Eine große Rettungsaktion wurde eingeleitet. Weitere Überlebende seien aber nicht gefunden worden, meldete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Küstenwache. Es wäre eine der schlimmsten Flüchtlingskatastrophen auf dem Mittelmeer, seit im Oktober 2013 mehr als 360 Menschen vor der italienischen Insel Lampedusa umgekommen waren.

Das Unglück hatte eine große Diskussion um die Flüchtlingspolitik Europas ausgelöst. Derzeit kommen Tausende Migranten vor allem aus Ländern Afrikas südlich der Sahara und aus Syrien in Italien an. Viele Boote starten in Libyen, das vom Bürgerkrieg zerrissen ist. Seit Freitag rettete die Küstenwache etwa 8.500 Menschen. Viele Auffanglager in Italien sind vollkommen überfüllt. Auf Lampedusa sollen 1.400 Menschen in einem Lager sein, das für etwa 250 ausgelegt ist.