Bonner Bombe: BKA zeigt neue Bilder von Tatverdächtigem

08. September 2014 - 19:14 Uhr

Auch bundesweite Fahndung mit Plakaten

Gut einen Monat nach dem versuchten Bomben-Anschlag auf den Bonner Hauptbahnhof haben die Ermittler neue Bilder und Videos zu einem der Tatverdächtigen veröffentlicht. Außerdem wurde eine Belohnung in Höhe von 50.000 Euro ausgesetzt.

Bonn Bombe Bahnhof Fahndung Bilder Belohnung
Mit neuen Bildern aus einer Videoüberwachungskamera sucht das Bundeskriminalamt nach Hinweisen auf den Anschlagsversuch im Bonner Hauptbahnhof.
© dpa, Bundeskriminalamt

Auf der Homepage des Bundeskriminalamts in Wiesbaden ist unter anderem neues Material zu sehen, das einen 20 bis 40 Jahre alten weißen Mann im Zwischengeschoss des Bahnhofs mit der verdächtigen Tasche zeigt, in der sich der Sprengsatz befand. Dieser Mann war den Ermittlern bereits im Dezember auf Videoaufnahmen in einem Schnellrestaurant am Hauptbahnhof aufgefallen.

Die Aufnahmen hätten erst einmal von den Ermittlern ausfindig gemacht und bearbeitet werden müssen. Daher erfolge die Veröffentlichung erst jetzt, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft. Zudem wollen Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt nun auch per Facebook und bundesweit mit Fahndungsplakaten nach dem Tatverdächtigen suchen. Im Bereich des Bonner Hauptbahnhofs sollen nach BKA-Angaben auch neue Handzettel verteilt werden.

50.000 Euro Belohnung ausgesetzt

Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, wurde eine Belohnung in Höhe von 50.000 Euro ausgesetzt. "Die Sicherheit in Zügen und auf Bahnhöfen hat für die Deutsche Bahn absolute Priorität. Deshalb haben wir uns gemeinsam mit den Ermittlungsbehörden dazu entschlossen, diese Belohnung auszuloben", sagte Gerd Becht, Vorstand Compliance, Datenschutz, Recht und Konzernsicherheit, der 'Welt'. Der Konzern wolle so die Ermittlungsarbeit der Polizeibehörden ergänzen.

Die Täter müssten schnell gefasst werden. "Von dieser ungewöhnlich hohen Summe erhoffen wir uns, dass sie einen finanziellen Anreiz für Zeugen bietet, sich mit wichtigen Informationen zur Tat an die Ermittlungsbehörden zu wenden", sagte Becht. Wer sachdienliche Informationen zu den gesuchten Personen und den Vorgängen am Hauptbahnhof Bonn machen kann, könne sich an das Bundeskriminalamt wenden.

Die Bombe war am 10. Dezember in einer blauen Sporttasche auf dem Bahnsteig von Gleis 1 abgestellt worden. Der Sprengsatz wurde nach Erkenntnissen der Ermittler zwar gezündet, detonierte aber nicht. Zeugenaussagen zufolge war das Gepäckstück zuvor von einem 30 bis 35 Jahre alten, 1,95 Meter großen dunkelhäutigen Mann deponiert worden. Erste Fahndungsplakate zeigten ein Phantombild dieses Mannes.