Angeklagter zeigt intime WhatsApp-Nachrichten vor Gericht

Lehrer über seine Schülerin (14): "Ich liebe dieses Mädchen heute noch"

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11. Januar 2020 - 13:28 Uhr

Angeklagter zeigt drei Sprachnachrichten

Ein 57-jähriger Lehrer aus Bonn musste sich am Freitag erneut wegen sexuellen Missbrauchs einer 14-jährigen Schülerin in acht Fällen vor dem Landgericht verantworten. Bereits am Mittwoch hatte er aus seiner Sicht die Beziehung zu seiner Schülerin ausführlich geschildert. Der Angeklagte gab der Kammer nun nachträglich drei Audio-Dateien. RTL-Reporter Valerio Magno geht davon aus, dass es sich dabei um WhatsApp-Sprachnachrichten handelt.

Schülerin entschuldigt sich beim Angeklagten

In der ersten Sprachnachricht spricht der Angeklagte zu der Schülerin. Darin klingt der Lehrer am 10. Februar 2019 verzweifelt und schluchzt. Offenbar lief zu dem Zeitpunkt bereits das Ermittlungsverfahren. Stefan K. sagt: "Sage einfach die Wahrheit, es geht nicht darum, dass Du mich entlastest. Wenn Du einfach die Wahrheit sagst, dann ist das Entlastung genug."

Die anderen beiden Sprachnachrichten sind von der Schülerin an ihn und stammen vom 30. März 2019. Die 14-Jährige sagt, dass sie komplett betrunken sei. Sie weint und schluchzt die ganze Zeit. "Es tut mir so leid. Ich habe einen Fehler gemacht, nicht Du. Ich liebe Dich über alles, es tut mir so leid", hört man die Jugendliche sagen. ​

Lehrer hatte während Sex mit Schülerin (14) keine Syphilis mehr

Vor Gericht soll auch geklärt werden, wann der Lehrer und seine Schülerin das erste Mal Geschlechtsverkehr hatten. "Es war definitiv nach dem 31. Mai 2018. Es war erst nachdem ich mich als Lehrer habe beurlauben lassen. Da bin ich sicher", sagte der Angeklagte vor Gericht. Das war offenbar direkt nach dem 31. März 2018. In einer Textnachricht vom 4. Juni 2018 spricht er unter anderem von "Geschmack Deines Saftes" und beschreibt ihre Oberschenkel. In einer Nachricht vom 7. Juni 2018 heißt es "Ich will Dich wieder so wie gestern, so wild und leidenschaftlich."

Der Angeklagte hatte nach eigenen Angaben vor drei bis vier Jahren Syphilis, danach aber nicht mehr. Die Krankheit war mit Penicillin erfolgreich behandelt worden. Der Angeklagte habe immer ein Kondom benutzt, einmal sogar zwei Kondome gleichzeitig, weil die Größe falsch gewesen sei. Ein anderes Mal sei ein "Malheur" passiert, denn da sei das Kondom gerissen, das habe aber keine Folgen gehabt. Außerdem sagte Stefan K. vor Gericht: "Ich habe mich in einem extremen emotionalen Ausnahmezustand befunden, ich liebe dieses Mädchen heute noch."

Die Schülerin sagte unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus.