Orkanböen bis Tempo 200

Bombenzyklon trifft auf Europa: Gefährliches Orkantief im Anmarsch

07. Dezember 2021 - 8:02 Uhr

Alarm über dem Atlantik - da braut sich was zusammen

Auf dem Atlantik ist die Hölle los. Mit rasender Geschwindigkeit entwickelt sich ein Tiefdruckgebiet zu einem Orkantief und trifft Großbritannien und Irland mit voller Wucht. Eine solch rasante Entstehung, auch Bombogenese genannt, ist äußerst ungewöhnlich – zumindest in dieser Größenordnung. Vor allem Irland, Nordirland, Wales, Schottland und Teile von England werden heftigste Orkanböen von über 170 km/h – vielleicht auch bis zu Tempo 200 – abbekommen. Und auch bei uns ist der Bombenzyklon zu spüren.

Oben im Video sehen Sie die rasante Entwicklung über dem Nordatlantik

Was passiert da genau über dem Atlantik und was ist eine Bombogenese?

Dazu unser Meteorologe Björn Alexander: "Weit draußen auf dem Atlantik hat sich ein richtiges Tiefdruck-Karussell formiert und schickt einen Ableger gen Europa. Tief HARRY, das sich bis zum Dienstag rasant verstärken wird und somit eine waschechte Bombogenese durchläuft. Das bedeutet, dass der Druck im Zentrum des Tiefs um 24 Hektopascal oder mehr binnen 24 Stunden absackt. Dadurch ist HARRY dann nicht nur ein sogenannter Bombenzyklon, sondern auch ein richtiges Orkantief."

Und dieses Tief, das in Großbritannien BARRA genannt wird, setzt noch einen drauf. Denn der Druck sinkt innerhalb von 24 Stunden um knapp 40 Hektopascal! Dementsprechend sind die zu befürchtenden Orkanböen. Die können bei weit über 170 km/h liegen. Denn BARRA soll noch heftiger ausfallen als ARWEN, der Ende November England, Irland und Frankreich mit Spitzenböen von 177 km/h getroffen hatte.

Prognose: Die heftigsten Windböen in Irland

Welche Gebiete sind besonders betroffen?

HARRY wird voraussichtlich Dienstag und Mittwoch für unruhige und gefährliche Wetterbedingungen in Irland, Schottland, Wales und Großbritannien sorgen. Reisen werden lokal durch heftige Winde und größere Regenmengen gestört sein. Eine gute Menge Schnee wird in den schottischen Highlands im Norden fallen.

Hier geht es zum aktuellen Regenradar von Großbritannien und Irland

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Was bekommen wir davon in Deutschland zu spüren?

Das Orkantief HARRY bringt uns zwar auch auflebenden Wind, aber von einem Orkan sind wir in Deutschland weit entfernt. Denn das mächtige Skandinavien-Hoch XAVIELLE hält dagegen. Wir bekommen lediglich im Westen und der Mitte seine Ausläufer in Form von Schnee und Regen ab, die dann für glatte Straßen sorgen können.

Hier geht es zum aktuellen Wetterbericht für Deutschland

Wie häufig findet so eine Bombogenese statt?

Eine Bombogenese kann besonders in den Wintermonaten im Nordatlantik häufiger vorkommen. Denn genau dann, wenn kalte Luft auf die wärmere und feuchte Meeresluft trifft, ist eine Menge Energie vorhanden, damit sich ein Tief schnell entwickeln oder buchstäblich explodieren kann. Diese wetterbedingten Voraussetzungen können natürlich auch das ganze Jahr über auftreten, aber nicht ganz so häufig wie jetzt zu Beginn des Winters, wenn ein große Temperaturdifferenz besteht.

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(oha)