Kriegsfolgen

Bombenentschärfer in Sachsen bergen mehr Munition

Weltkriegsbombe
Eine 500-Kilo-Bombe liegt in einem Graben einer Baustelle.
Fredrik von Erichsen/dpa/Archivbild

Bombenentschärfer haben in Sachsen zuletzt insgesamt wieder mehr Kriegsmunition geborgen. Trotz phasenweiser Einschränkung durch die Corona-Pandemie hätten die Spezialisten ohne Unterbrechung ihren Auftrag erfüllen können und seien 2022 zu insgesamt 664 Einsätzen gerufen worden, teilte das Polizeiverwaltungsamt am Montag in Dresden mit. Dabei fand man mehr als 150 Tonnen Kampfmittel, der größte Teil entfiel auf Artilleriemunition. Während bei Bombenfunden ein Rückgang verzeichnet wurde, erhöhte sich das Aufkommen an Artilleriegeschossen und Nahkampfmitteln im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent. Die Menge geborgener Waffen und Sprengstoffe habe sich verdoppelt, hieß es.

In Sachsen ist der sogenannte Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) mit dieser Aufgabe betraut. Er hat 27 Beschäftigte. Nicht immer kann die gefundene Munition abtransportiert und in einer speziellen Anlage vernichtet werden. Dann erfolgt die Entschärfung oder gar Sprengung am Fundort. Im Jahr 2022 konnten 16 Bomben von den Mitarbeitern des KMBD entschärft werden. 31 Sprengungen mussten direkt am Fundort vorgenommen werden, teilte die Behörde mit.