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Bombenanschläge in der Türkei: Linksextremistische Attentäter mit Assad-Kontakt?

Bombenanschläge in der Türkei: Linksextremistische Attentäter mit Assad-Kontakt?

Bombenanschlag in Abstimmung mit dem syrischen Geheimdienst?

Nach dem Doppelanschlag in der türkischen Grenzstadt Reyhanli läuft die Suche nach den verantwortlichen Attentätern. Bisher versuchen die Nachbarländer Türkei und Syrien, sich gegenseitig die Verantwortung zuzuschieben – ein Ende scheint nicht in Sicht. Nun berichten türkische Medien, dass die Autobomben, bei denen 49 Menschen in den Tod gerissen wurden, von türkischen Linksextremisten mit Kontakten nach Syrien gezündet worden seien.

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Türkischen Medien zufolge, sollen die Autobomben, bei denen 49 Menschen in den Tod gerissen wurden, von türkischen Linksextremisten mit Kontakten nach Syrien gezündet worden sein.
dpa, Stringer

Gestern wurden neun Verdächtige festgenommen. Es handele sich um Mitglieder der 'Revolutionären Volksbefreiungspartei/-front' (DHKP-C) sowie einer Splittergruppe der 'Türkischen Volksbefreiungspartei-Front‘ (THKP-C). Die türkische Regierung wirft ihnen vor, die Tat in Abstimmung mit dem syrischen Geheimdienst verübt zu haben. Auch der Sprengstoff soll aus Syrien gekommen sein.

Alle neun Festgenommenen seien türkische Staatsbürger, hatte Vizeregierungschef Besir Atalay erklärt. Nach seinen Angaben haben die Beschuldigten die Tat teilweise gestanden. Innenminister Muammer Güler sagte, unter den Festgenommenen sei auch ein Kopf der Gruppe. Nach weiteren Verdächtigen werde gesucht.

Unterdessen hat der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan keine Zweifel mehr an einer Verantwortung des syrischen Regimes für den blutigen Doppelanschlag. Sein Land werde auf die Tat zu gegebener Zeit reagieren, zitierten türkische Medien den Regierungschef weiter. "Hinter dieser Tat steckt das Regime. Das ist gewiss", sagte Erdogan demnach. Zuvor hatte er gewarnt, es gebe Versuche, die Türkei mit Provokationen in den Bürgerkrieg in Syrien zu verwickeln. "In diese Falle werden wir nicht treten", sagte der Ministerpräsident nun.

Warnung eines Informanten ignoriert?

Ein syrischer Parlamentarier behauptete dagegen, die Sprengsätze seien von Terroristen für Anschläge in Syrien vorbereitet worden und nur versehentlich in der Türkei explodiert. Sherif Schehata, der als Sprachrohr des Regimes von Präsident Baschar al-Assad gilt, sagte dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira: "Die Grenzen zwischen Syrien und der Türkei sind immer noch offen für diese Terroristen, die von Erdogans Seite kommen und nicht etwa von der 'Schabiha'-Miliz oder von den Regierungstruppen." Das Einzige, was die türkische Regierung tun müsse, um den Terror zu stoppen, sei, den Strom von Waffen und arabischen Extremisten über die Türkei nach Syrien zu stoppen.

Syriens Informationsminister Omran Subi hat die Türkei und Ministerpräsident Erdogan persönlich für die tödlichen Bombenanschläge verantwortlich gemacht. Erdogan sei ein Mörder und Henker, zitierte der staatliche russische Sender RT den Minister. Der türkische Regierungschef habe "kein Recht, eine politische Karriere auf dem Blut des türkischen und syrischen Volkes aufzubauen".

Ein syrischer Oppositioneller sagte: "Wir hatten eine Woche vor den Anschlägen über einen Informanten, der Syrien inzwischen verlassen hat, erfahren, dass diese linksextreme Gruppe mit Beziehungen zum Regime Anschläge in der Türkei und in Katar plant.“ Die katarische Regierung habe die Warnungen damals nicht ernst genommen, und erst nach den Explosionen in Reyhanli Interesse an den Informationen bekundet. Nach Angaben des Informanten liegt auch die Stadt Antakya im Visier der Extremisten.

Bei der Explosion zweier Autobomben in der wenige Kilometer von der syrischen Grenze entfernt liegenden Stadt waren am Samstag mindestens 49 Menschen getötet worden, etwa 140 wurden verletzt. Damaskus wies die Vorwürfe einer Beteiligung an der Tat allerdings zurück. Die Anschläge wurden international verurteilt.

Ein Selbstmordattentäter aus den Reihen der DHKP-C hatte bereits im Februar einen Anschlag auf die US-Botschaft in Ankara verübt. Dabei wurde ein türkischer Wachmann mit in den Tod gerissen. Ziel der DHKP-C ist es, das Regierungssystem der Türkei durch einen revolutionären Umsturz zu beseitigen. Errichtet werden soll ein kommunistisches System mit marxistisch-leninistischer Prägung. Die Organisation hat in der Türkei zahlreiche Brand- und Sprengstoffanschläge verübt und Menschen getötet.

Unterdessen teilte das türkische Militär mit, dass ein Kampfflugzeug der Streitkräfte im Süden des Landes vermisst wird. Die Maschine sei in der Nähe der syrischen Grenze von den Radarschirmen verschwunden. Der Pilot des Jets habe einen letzten Funkspruch abgesetzt und erklärt: "Ich springe ab." Es sei eine Suche nach der F-16 eingeleitet worden. Experten gehen von einem Unfall aus.