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Bomben-Razzia in 9 Bundesländern - Sprengstoff-Club vom Netz genommen

Bei einer PK in Göttingen wurde bekanntgegeben, dass eine Bomben-Plattform von Netz genommen werden konnte.
Bei einer PK in Göttingen wurde bekanntgegeben, dass eine Bomben-Plattform von Netz genommen werden konnte. © RTL

Spreng-Club vom Netz genommen

Dass es so etwas in Deutschland gibt, ist unfassbar: Eine Online-Community, die sich über Sprengstoff, den Bau von Bomben und Betäubungsmittel austauscht. Mehr noch. Mitglieder trafen sich zu Sprengstoff Wettbewerben und jagten ihre Rohrbomben in Wäldern in die Luft. Online verkauften sie Bauteile für Bomben und synthetische Drogen wie Crystal Meth. Bei einer Razzia konnte die Internetseite des Spreng-Clubs von Netz genommen werden. Außerdem wurden 22 Beschuldigte durchsucht. Das gab der Polizeipräsident der Polizeidirektion in Göttingen, Uwe Lührig, bei einer Pressekonferenz bekannt.

Sie hinterlassen Krater

Aufnahmen, die bei der Pressekonferenz gezeigt wurden, machten das Ausmaß deutlich. Mitglieder der Online-Plattform trafen sich zu Sprengstoff-Wettbewerben. Sie filmten sich dabei, wie sie ihre selbst gebastelten Rohrbomben in die Luft jagten. Dafür gingen sie in Wälder. Die Bilder zeigten auch, wie die Bomben platziert und scharf gemacht wurden. Was bleibt sind riesengroße Krater.

An diesem Punkt hakte Polizeipräsident Uwe Lührig ein. "Wir haben heute in den frühen Morgenstunden um 4.30 Uhr eine Razzia in neun Bundesländern und zwei europäischen Staaten durchgeführt", sagte er. Dabei habe man erfolgreich die Wohnungen 22 Beteiligter durchsucht - alle waren Männer. Sie seien zwischen 17 und 55 Jahren alt. Der Hauptserver habe in Litauen gelegen, die Domain lief über Kroatien. Die Beamten konnten die illegale Webseite vom Netz nehmen. Hauptsächlich sei es bei der Razzia um die Strafverfolgung, aber auch um die Gefahrenabwehr gegangen. 

"Monster-Bombe" gefunden

Insgesamt seien bei der Bomben-Community 3.000 Mitglieder angemeldet gewesen. Aktiv beteiligt hätten sich im Jahr 2018 ungefähr 300 Mitglieder. Die Plattform soll seit 2006 aktiv gewesen sein. Bei den Razzien stießen die Ermittler auch auf eine Bombe, die der Polizeipräsident als "Monster-Bombe" bezeichnete, so viel Sprengstoff wurde darin verbaut. Die Bauteile dafür bekäme man zum Teil sogar frei im Handel. "Sie kriegen diese Stoffe zum Teil auch ganz normal beim Baumarkt. Sie hatten aber auch Grundstoffe, die man nur unter Vorlage bestimmter Ausweise bekommt."

Außer der Bestandteile für den Bombenbau seien auch Waffen sichergestellt worden. Die Menschen, die sich an der Bomben-Community beteiligt hätten würden dabei ein breites Spektrum der Gesellschaft widerspiegelten. "Sie gehen normalen Berufen nach. Es sind Studenten dabei."

Weitere Ermittlungen

An welchen Orten die Sprengungen stattgefunden haben, ist den Ermittlern bisher nicht bekannt. Man habe in den Videos an manchen Stellen nur Wald oder eben einmal eine Brücke gesehen. Wichtiger sei es den Beamten allerdings gewesen, die beteiligten Personen zu identifizieren. Jetzt würde man weiter in Richtung der illegal beschafften Materialien ermitteln. So wolle man herausfinden, wie die Bomben-Plattform an die nicht öffentlich zugänglichen Bauteile gelangen konnte.  

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