Bomben in Syriens Hauptstadt: Rebellen greifen Armeezentrale an

10. Februar 2016 - 18:24 Uhr

War es ein Putschversuch?

Gegnern des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad ist es gelungen, die Kommandozentrale der Streitkräfte im Herzen von Damaskus in Brand zu setzen. Die staatlichen Medien meldeten, bei dem Angriff der "Terroristen" seien vier Wachleute getötet und zehn weitere Menschen verletzt worden. Die Rebellen sprachen von zehn Toten.

Rebellen zünden Armeezentrale in Damaskus an.
Assad-Gegnern ist es gelungen, die Kommandozentrale der Armee in Damaskus zu entzünden.
© dpa, Sana

Nach Angaben der Rebellen explodierte zuerst eine Autobombe auf dem Ummajaden-Platz im Zentrum von Damaskus. Etwa 15 Minuten später detonierte dann ganz in der Nähe ein Sprengsatz direkt vor dem Gebäude der Armeeführung, was das Gebäude in Flammen setzte. Die staatlichen Medien betonten, bei dem Angriff auf das Militärkommando sei kein einziger Offizier getötet worden. Die Sprengsätze seien von zwei Selbstmordattentätern gezündet worden.

Nach den Explosionen kam es zu einem heftigen Gefecht zwischen den Angreifern, die Armeeuniformen trugen, und den Regierungstruppen, sagten Augenzeugen. Dabei wurde ein Korrespondent des iranischen TV-Senders Press TV getötet.

Auf einem Video, das der Sender Al-Alam veröffentlichte, ist zu sehen, wie Reporter von Medien, die das syrische Regime unterstützen, zusammen mit mehreren bewaffneten Zivilisten vor dem Gebäude des Militärkommandos stehen, vor dem am Morgen zwei Sprengsätze detoniert waren. Die Bilder auf dem Video deuten auch darauf hin, dass es sich bei dem Anschlag um eine Operation von desertierten Offizieren handelt, möglicherweise gar um einen fehlgeschlagenen Putschversuch.

Vorort von Damaskus: 50 Leichen gefunden

Die Deserteure der Freien Syrischen Armee (FSA) entdeckten in einem kleinen Ort vor den Toren von Damaskus 50 Leichen. Die FSA gab an, die Männer seien von regimetreuen Truppen getötet worden.

Die Revolutionskomitees berichteten, Regierungstruppen und Milizen hätten im Damaszener Viertel Al-Birse 16 Angehörige einer Familie massakriert. Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter meldete, in Homs seien 13 Menschen öffentlich hingerichtet worden. Landesweit zählten die Aufständischen 206 Tote, darunter 10 Kinder.

Derweil nahmen an einer Oppositionskonferenz erstmals Diplomaten aus dem Iran, aus Russland und aus China teil - allesamt Staaten, die das Regime bislang vorbehaltlos unterstützt hatten.

Der russische Botschafter Asamat Kulmuchametow sagte bei der "Konferenz der Parteien und Kräfte für einen friedlichen demokratischen Wandel", alle Bemühungen der Opposition müssten auf der Grundlage aufbauen, "dass eine ausländische Intervention abgelehnt wird". Die Regierung und die "bewaffnete Opposition" müssten die Gewalt sofort beenden.