Boehringer steigert Umsatz und Gewinn

Die hell erleuchtete Unternehmenszentrale des Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild
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08. April 2020 - 11:10 Uhr

Die Corona-Krise bestimmt auch das Geschäft des Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim. Zum einen arbeiten fast 40.000 der über 51.000 Mitarbeiter mittlerweile von zu Hause aus. Zum anderen beschäftigt sich ein seit Januar stetig wachsendes Team von mehr als 100 Wissenschaftlern im Haus mit Behandlungsmöglichkeiten gegen die Lungenkrankheit Covid-19, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

"Wir alle suchen neue Antworten auf die Frage, wie wir das Virus bekämpfen können", sagte der für die Covid-19-Forschung bei Boehringer zuständige Wissenschaftler Cyrille Kuhn. Gesucht wird nach neuen virusneutralisierenden Antikörpern, dafür wird die gesamte Moleküldatenbank von Boehringer nach Substanzen durchforscht, die das Virus Sars-CoV-2 bekämpfen könnten. Die Ingelheimer beteiligen sich auch an mehreren internationalen Forschungskonsortien.

Der Vorsitzende der Unternehmensleitung, Hubertus von Baumbach, sagte, Boehringer sehe sich als aktiven Partner im weltweiten Kampf gegen Covid-19. Dank einer soliden Entwicklung der eigenen Geschäfte in den vergangenen Jahren könne Boehringer selbst die Auswirkungen der Pandemie abfedern, hieß es in einer Mitteilung. Seine eigenen Beschäftigen stellt der Konzern derzeit auf Wunsch für eine ehrenamtliche Mitarbeit bei Hilfsorganisationen bis zu zehn Tage frei.

Im Geschäftsjahr 2019, dessen Zahlen wegen der Corona-Krise nicht wie sonst üblich im Rahmen einer Bilanz-Pressekonferenz vorgestellt wurden, konnte Boehringer Gewinn und Umsatz steigern. Der Konzerngewinn lag bei 2,7 Milliarden nach 2,1 Milliarden im Jahr davor, die Erlöse kletterten währungsbereinigt um 5,7 Prozent auf 19,0 Milliarden Euro. Die Investitionen in Forschung und Entwicklung trieb Boehringer 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 9,4 Prozent in die Höhe auf fast 3,5 Milliarden Euro - über 18 Prozent des Umsatzes.

Das Geschäft mit Medikamenten für Menschen - also Humanpharmazeutika - steuerte 74 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Das meiste Geld spülten Mittel gegen Atemwegserkrankungen sowie gegen Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen in die Kasse, Umsatztreiber Nummer eins war Jardiance, ein Medikament zur Behandlung von Typ-2-Diabetes.

Mit Blick auf das laufende Jahr 2020 schreibt Boehringer in seinem Unternehmensbericht unter anderem von einem schwieriger werdenden Marktumfeld und von einer "zunehmend erschwerten herausfordernden Planbarkeit der Geschäfte". Der Corona-Ausbruch sei "eine weitere mehrdimensionale Herausforderung" für Mitarbeiter, das weltweite Produktionsnetzwerk und die Lieferketten. Unter dem Strich wollen die Ingelheimer 2020 ihre Erlöse leicht steigern.

Quelle: DPA