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Bodensee: Kaffee zu Hause bei einer Corona-Demonstrantin

Zu Hause am Bodensee

Auf einen Kaffee mit einer Corona-Demonstrantin

Interview mit Corona-Demonstrantin Heidi Kirsch Corona-Demo in Berlin
01:07 min
Corona-Demo in Berlin
Interview mit Corona-Demonstrantin Heidi Kirsch

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Eine nette Unterhaltung auf der Corona-Demo

Heidi Wirsch habe ich auf der Corona-Demonstration in Berlin kennen gelernt. Sie ist verheiratet, zweifache Mutter erwachsener Kinder, Gesangslehrerin, gläubige Christin. Wir haben uns auf der Demonstration gut unterhalten, was eine echte Ausnahme war an diesem Tag – zumeist reicht das gelbe RTL-Mikrophon aus, um viele Beleidigungen auf mich zu ziehen. Ruhe herrscht da nun auch nicht – als ich mit Heidi spreche, schreit ein Mann mit Megaphon dazwischen. Dass er dabei sie niederbrüllt und nicht mich, ist ihm nicht so wichtig.

Wie es auf der Demo zuging, sehen Sie im Video.

Zu Hause bei Heidi

Deshalb treffen wir uns bei ihr zu Hause am Bodensee, um mal in aller Ruhe zu sprechen. Sie wohnt dort in einem großen Haus in der Idylle der Landschaft an der Schweizer Grenze. Ihr geht es gut und sie klagt auch nicht darüber, dass sie ihrer Arbeit als Gesangslehrerin derzeit nicht nachgehen kann – Corona natürlich. Heidi Wirsch findet, dass die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung inzwischen zu weit gehen. Sie verweist auf die Schweiz, wo es ohne Maskenpflicht an den Schulen geht. Es ist ein Punkt, über den sich natürlich diskutieren lässt.

Die Reichs-Flaggen fallen ihr nicht auf

Dass diese Frau, die mir sehr sympathisch ist, allerdings so locker hinnimmt, dass Rechtsradikale direkt neben ihr auf den Demonstrationen protestieren, das verstehe ich einfach nicht. Sie sagt selbst, dass ihr die schwarz-weiß-roten Reichs-Flaggen nicht auffallen – ich sehe sie allerdings überall auf den Protestmärschen durch Berlin – und das ist nur eines der vielen rechtsradikalen Symbole. Aber: Sie findet, es sei egal, wer da nun mitlaufe. Hauptsache, die Organisatoren an der Spitze seien sauber.

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Verstehen statt verurteilen

Obwohl sie mir gegenüber vorsichtig formuliert wird klar: Sie versteht nicht wirklich, warum ich die Dinge nicht sehe wie sie. Warum ich nicht auf die Epidemiologen höre, die sie liest. Warum ich die Statistiken des Robert-Koch-Instituts nicht interpretiere wie sie. Und weshalb es so ein Problem für mich ist, dass sie im selben Demonstrationszug mit Rechtsradikalen demonstriert.

Das ist ein Graben, der nicht schnell zu schließen ist. Aber es hilft auf jeden Fall, wenn man zusammen einen Kaffee trinkt und einfach mal darüber spricht. Kann ich empfehlen.