Frankfurt-Vorstand über Gehälter und Fans

Bobic: "Und die anderen lachen dich aus"

Frankfurt, Germany 19.09.2019, UEFA Europa League, 2019/20 Season, Vorrunde, 1. Spieltag, Eintracht Frankfurt vs. Arsen
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06. August 2020 - 12:34 Uhr

Zuschauer ja, Gehaltsobergrenze nur wenn ...

Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic hat Zweifel, ob eine Gehaltsobergrenze im Fußball funktionieren kann. Einen "Salary Cap" könne eigentlich nur europaweit eingeführt werden, sagte Bobic im Interview mit RTL. Zudem spricht sich Bobic für eine Rückkehr der Fans in die Stadien aus – auch, wenn die Vereine die Kosten tragen müssen.

"Und die anderen lachen Dich aus"

Eine Gehaltobergrenze im Fußball scheitert laut Bobic an den großen Vereinen: "Einen Salary Cap kannst du dir nur selbst auferlegen, und das muss ligaweit passieren. Wenn ich Vertreter von Bayern oder Dortmund wäre, würde ich sagen: Warum sollen wir das tun? Die anderen Länder machen es auch nicht. Ich schade damit meiner sportlichen Wettbewerbsfähigkeit. Das ist vollkommen verständlich", so der 48-Jährige.

Die Debatte um ein Szenario wie in den amerikanischen Profiligen will der Frankfurter Sportvorstand aber führen – allerdings "sachlich", wie Bobic betont. Er selbst sei "schon immer ein Fan davon gewesen von dem was ich in den USA gesehen habe – von Gehaltsobergrenzen, vor allem bei jungen Spielern. Ich glaube aber realistisch betrachtet, dass es aktuell nicht möglich ist."

Um im Sport amerikanische Verhältnisse zu erreichen, müsse der gesamte europäische Fußball und die EU auf einen gemeinsamen Nenner kommen, was Bobic derzeit für aussichtslos hält. "Ich sage immer: In Europa kriegen sie nicht mal eine gemeinsame Briefmarke hin. Wenn wir Deutsche nun sagen: Wir machen das, dann schaden uns selbst gegenüber der Konkurrenz. Der Fußball lebt vom Wettbewerb. Es bringt ja nichts, wenn Du in der Champions League in allen Gruppenphasen ausscheidest, und die anderen lachen dich aus. Das will der Fan dann auch nicht."

Bobic vor Basel-Spiel: Glaube ans Europa-Wunder

Bobic will Fans zurück im Stadion - Geld dabei zweitrangig

Was eine baldige Rückkehr der Fans in die Stadien angeht, ist Bobic optimistisch: "Ich glaube, dass wir in der Liga wieder einen sehr guten Job gemacht haben, sehr gründlich. Wir streben die Rückkehr der Zuschauer auch nicht aus wirtschaftlichen Gründen an - wirtschaftlich bringen 5.000 bis 10.000 Zuschauer garnichts, das ist ein Zuschussgeschäft. Auch diese Last werden wir aber tragen, damit wir irgendwann wieder die Chance haben, volle Stadien zu sehen."